Wintereinbruch dürfte Ernteausfälle verursachen

Das Wetter macht den Obstbauern zu schaffen. Durch den milden März haben zahlreichen Pflanzen um gut drei Wochen früher ausgetrieben - jetzt kommt der Kälteschock. Vor allem der prognostizierte Frost in den nächsten Nächten könnte zu Ernteausfällen führen.

Es sei eine kritische Zeit, sagt Ulrich Höfert von der Landwirtschaftskammer, denn zahlreiche Obstbäume stehen derzeit in Vollblüte. Jetzt entscheide sich, ob der Ertrag gut oder schlecht ausfällt. Ausschlaggebend sei vor allem der bevorstehende Nachtfrost, sagt Höfert. Hier hänge viel davon ab, wie kalt es wirklich werde. Wenn es wie letztes Jahr in der Steiermark -5 bis -7 Grad habe, so wie das manche Wetterberichte jetzt vorhersagen, sei schon mit sehr großem Schaden an den Blüten zu rechnen.

In Fraxern stehen die Kirschbäume teils in voller Blüte - und auch Hobbygärtnern bereitet der Wintereinbruch Sorge. Bernhard Stadler hat mit Bertram Nachbaur (Obmann Obst- und Gartenbauverein) und Ulrich Höfert gesprochen.

Frost ist kritischer als Schnee

Die neuesten Prognosen können die Obstbauern aber hoffen lassen. Tiefstwerte um -3 Grad hemmen nach bereits erfolgter Bestäubung zwar das Wachstum der Frucht, aber der Ernteausfall wäre dann doch deutlich geringer als bei -8 Grad.

Weniger gefährlich als der Frost ist jedenfalls der Schneefall, sagt Höfert. Schnee bedeute zwar Kälte und Feuchtigkeit, und letztere sei auf Blüten und Blättern Voraussetzung für Pilze, aber diese hätten es auch lieber wärmer. Deswegen sei die Gefahr nicht so groß.

Bei Gemüse kaum Probleme

Wie groß die Schäden sein werden, lässt sich erst in ungefähr zwei Wochen abschätzen. Beim Gemüse sieht Höfert derzeit noch keine größeren Probleme. Die Setzlinge könnten mit Vlies abgedeckt werden - so halten die Pflanzen auch Temperaturen von minus vier Grad aus.