Tierschutzombudsfrau: Tiere denken und fühlen

Die neue Tierschutzombudsfrau, Marlene Kirchner, hat sich am Freitag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und dabei durchblicken lassen, dass seit Jahrtausenden fixierte Meinungen zu den Unterschieden zwischen Mensch und Tier auf den Prüfstand gehören.

Was können Tiere, was denken Tiere, was fühlen Tiere? Solche Fragen stelle sie sich, sagt Marlene Kirchner bei ihrer ersten Pressekonferenz am Freitag. Das mag jedem Hundebesitzer klar sein, dass sein vierbeiniger Freund denkt und fühlt. Aber der Wissenschaft nicht unbedingt. Mittlerweile gebe es jedoch bereits einige Parameter über das Wohlergehen eines Tieres, anhand deren man messen kann, wie es dem jeweiligen Tier derzeit geht. Eine eindeutige Kommunikation zwischen Mensch und Tier fehle noch, aber mittlerweile kann man sehr gut abschätzen, was beim Tier los ist, sagt Kirchner.

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Sie hält selbst keine Haustiere, ihr Lieblingstier ist das Chameleön und als Kind hatte sie zwei Kaninchen - die neue Vorarlberger Tierschutzombudsfrau hat sich am Freitag vorgestellt.

Wenn Tiere leiden kommt Kirchner ins Spiel

Wenn Tiere denken und fühlen, dann können sie auch leiden. Da kommt die Tierschutzombudsfrau ins Spiel, die die Parteistellung für Tiere vor Gericht oder in Verwaltungsverfahren wahrnimmt. Laut Marlene Kirchner kann es zum Beispiel darum gehen, dass eine Zeugin sieht, wie ein Hund vorsätzlich getreten wird. Das ist laut Kirchner nicht erlaubt, wird angezeigt und in einem derartigen Fall kann es zu einer Verhandlung kommen.

„Zuerst muss alles genau geprüft werden“

Und bei Fällen wie dem brutalen Umgang mit männlichen Kälbern, wenn diese, wie jüngst öffentlich geworden, auf Lkw verladen werden? Da hat die Ombudsfrau keine Stellung genommen. Zuerst müsse der Fall genau geprüft werden, erst dann trete die Tierschutzombudsstelle in Aktion, so Kirchner. Und in dieser Phase seien wir noch nicht. Hier wolle sie sozusagen lieber genau als schnell arbeiten.

Marlene Kirchner Tierschutzombudsfrau
Land Vorarlberg

Weisungsungebunden

Die Tierschutzombudsfrau ist in ihrer Tätigkeit weisungsungebunden. Dadurch wird sichergestellt, dass sie ihrer Kernaufgabe, der Parteistellung für die Tiere, uneingeschränkt Sorge tragen kann. Trotz dieser Weisungsungebundenheit und Abgrenzung wird sie bei der Ausübung ihres Amtes von den restlichen Behörden unterstützt und somit eingebunden. Über all ihre Tätigkeiten berichtet die TSO an die Landesregierung.

Bevor Marlene Kirchner nach Vorarlberg gekommen ist, hat sie zehn Jahre lang wissenschaftlich zum Thema Tierschutz gearbeitet - mehr dazu in: Dienstantritt der neuen Tierschutzombudsfrau.

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