Bischof Kräutler in den „Ansichten“

In den „Ansichten“ am Pfingstmontag spricht Johannes Schmidle mit Bischof Erwin Kräutler zum Thema „1965-2015: 50 Jahre am Xingu“. Kräutler lebt und wirkt seit 1965 in Brasilien.

Sendehinweis:
„Anischten“ am Pfingstmontag, den 25. Mai, von 11.00 bis 12.00 Uhr, ORF Radio Vorarlberg

Bischof Kräutler lebt und wirkt seit 1965 in Brasilien. Nach Jahren als Missionar wurde er 1980 Bischof der Diözese Xingu im Amazonasgebiet, die mit rund 350.000 Quadratkilometern rund vier Mal so groß ist wie Österreich. Am 12. Juli des vergangenen Jahres feierte Kräutler seinen 75. Geburtstag und bot Papst Franziskus gemäß dem Kirchenrecht seinen Rücktritt als Bischof an. „Bislang freilich ohne Antwort aus dem Vatikan“, schreibt die Kath. Presseagentur. Er wirkt in seinem Auftritt keineswegs amtsmüde.

Audio: „Ansichten“ am Pfingstmontag

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27 Priester für 800 Gemeinden

In der Diözese Xingu stünden ihm für knapp 800 Gemeinden gerade einmal 27 Priester zur Verfügung. Deshalb gebe es in rund 70 Prozent der Gemeinden nur zwei bis vier sonntägliche Eucharistiefeiern pro Jahr. Er sehe das als „unerträglichen Zustand“, sei doch die Eucharistie „Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens", so Kräutler. Papst Franziskus, dem er nach einer persönlichen Begegnung attestiert, ein neues Klima in den Vatikan gebracht zu haben, habe die Bischöfe deshalb ermutigt, aus ihrer konkreten Situation heraus Vorschläge zu machen, wie das Problem der Seelsorge gelöst werden könne.

„Belo Monte“, das weltweit drittgrößte Wasserkraftwerk am Rio Xingu sei ein Anschlag auf Mensch und Natur, sagt der Bischof erneut. Es befände sich in der Endfertigstellung. Das Vorhaben habe einen hohen Preis: Es werden rund 50.000 Menschen in Mitleidenschaft gezogen, weil sie mit Geldversprechungen hingehalten würden und letztlich ihr angestammtes Zuhause aufgeben müssen. Es sei vorwiegend die indigene Bevölkerung, die in die Slums vertrieben wird.

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