Harte Bandagen in „Speichersee“-Debatte

Der geplante Speichersee zur Beschneiung in der Silvretta Montafon hat am Mittwoch im Landtag zu einer hitzigen Auseinandersetzung geführt. Und einmal mehr stand der grüne Umweltlandesrat Johannes Rauch im Mittelpunkt.

Dass sich Johannes Rauch so offensiv gegen das Speicherprojekt im Montafon ausgesprochen hat - es sei „hirnrissig“ schon ab Oktober beschneien zu wollen - stieß vor allem bei den Abgeordneten aus den Fremdenverkehrsregionen auf Kritik. Einen Rundumschlag gegen den gesamten Tourismus ortete gar die ÖVP: Sie wünsche sich Bergregionen, die nicht „unter der Käseglocke dahinvegetieren“ müssten, sondern wo gewirtschaftet und weiterentwickelt werde, sagte etwa Monika Vonier.

Landtag diskutiert über Speichersee

Der geplante Speichersee zur Beschneiung in der Silvretta Montafon hat am Mittwoch im Landtag zu einer hitzigen Auseinandersetzung geführt.

FPÖ-Abgeordneter Joachim Weixlbaumer geißelte die Aussagen von Landesrat Rauch als „Beleidigung einer gesamten Region und der Menschen, die darin wohnen“, während Parteikollege Christof Bitschi von einem „unwürdigen“ Verhalten sprach. Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP), der auch für Wirtschaft zuständig ist, forderte mehr Sachlichkeit in der Diskussion. Es müsse möglich sein, in einem Skigebiet einen Speichersee umzusetzen.

Rückendeckung von der Opposition

Für die Grünen war hingegen klar, dass die ganze Beschneiung letztendlich auch nichts gegen den Klimawandel ausrichten könne: Es stelle sich die Frage, ob es die richtige Strategie sei, mit Schneekanonen zu versuchen, das Unabänderliche zu bekämpfen, so Grünen-Klubobmann Adi Gross. Umweltlandesrat Rauch selbst warnte vor weiteren geplanten Tourismusprojekten, die bisher noch nicht öffentlich bekannt waren. Und NEOS wunderte sich indes, dass derartige Großprojekte immer erst so spät bekannt werden.

Dem grünen Regierungsmitglied sprang schließlich ausgerechnet die rote Opposition zur Seite. Wie Rauch bei der Diskussion im Montafon behandelt wurde - der Landesrat wurde vom Publikum sogar ausgebuht - sei unpassend gewesen. Er ziehe den Hut vor Rauch, dass er nicht aufgestanden und gegangen sei, so Ritsch.

Aufregung rund um Speichersee-Pläne

Die Speichersee-Pläne zur Schneeerzeugung im Montafon sorgen seit Wochen für Aufregung. Vor allem die Dimensionierung des Projekts - der See soll 6,5 Hektar groß werden, ein Fassungsvermögen von 307.200 Kubikmeter aufweisen und einen 26 Meter hohen Damm beinhalten - sorgen für Kritik. Landesrat Rauch sprach im Zusammenhang mit dem See von einem „Naturfrevel“ und kassierte dafür umgehend eine Schelte von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP).

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