Langzeitarbeitslose: Warnung vor Einsparungen

Der Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft Vorarlberg, Eduard Fischer, warnt davor, bei Langzeitarbeitslosen zu sparen. Das könnte auch Kosten für die Unternehmen verursachen. Gleichzeitig spricht sich Fischer aber für Reformen beim AMS aus.

Opposition und Arbeitervertreter kritisieren die Sparpläne für Langzeitarbeitslose nach wie vor als soziale Kälte. Um ein Nulldefizit zu erreichen, will die Bundesregierung unter anderem bei den Förderungen für das Arbeitsmarktservice (AMS) sparen. Wie viel, ist noch unklar.

Einer, der dabei zwischen zwei Stühlen sitzt, ist Eduard Fischer: Er ist Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft Vorarlberg und damit Verfechter der FPÖ-Politik. Er ist aber auch Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach, die eng mit Langzeitarbeitslosen zusammenarbeitet.

Zusammenarbeit mit Integra

Die Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen, die von Integra betreut werden, funktioniert laut Fischer seit mehr als zehn Jahren perfekt - nicht umsonst betreibe Integra direkt in der Druckerei eine Niederlassung. Was aber, wenn die Sparpläne der Regierung auch solche Einrichtungen betreffen? „Also erstens glaube ich, dass, falls es zu Einsparungen kommt, das nicht am zweiten Arbeitsmarkt passieren wird. Und wenn es passiert, dann muss sich die Integra vermutlich neu aufstellen und schauen, wo sie die Einsparungen durchführen kann. Mir würde es leid tun“, sagt Fischer.

Folgen auch für die Betriebe

Sollte der sogenannte zweite Arbeitsmarkt tatsächlich von den Einsparungen betroffen sein, hätte das laut Fischer neben den betroffenen Arbeitslosen auch Auswirkungen auf die Unternehmen, die müssten dann im Betrieb wieder Personal aufbauen. Und das würde teurer.

Allerdings sei die höhere Bezahlung durch die Betriebe auch eine Möglichkeit, „aber das müsste man auch mit den Firmen in Vorarlberg diskutieren - ob die Wirtschaft hier bereit wäre, für diese Arbeit etwas mehr zu bezahlen.“

„Es geht um die Effizienz“

Als Geschäftsführer hofft Fischer also, dass die türkis-blaue Koalition den sogenannten zweiten Arbeitsmarkt unangetastet lässt. Als Landesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft Vorarlberg hingegen unterstützt Fischer natürlich die Sparpläne der Bundesregierung - vor allem, was die Arbeit des AMS betrifft.

„Wenn ich heute sehe, dass die Arbeitslosen schon den fünften Computerkurs und den sechsten Staplerkurs machen und hier faktisch von einer Schulung in die andere geschickt werden - hier geht es wirklich um die Effizienz“, so Fischer. Wie diese gesteigert und wie viel in welchen Bereichen eingespart werden kann, ist laut Fischer aber noch völlig unklar. Dazu müsse man die Budgetrede des Finanzministers am 21. März abwarten.

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