Aids-Therapie reduziert Ansteckungsrisiko

HIV und Aids sind bei richtiger Therapie heute nicht mehr ansteckend. Das wurde am Freitag bei den Aids-Gesprächen in Bregenz unterstrichen. Alarmierend ist allerdings das Unwissen der Bevölkerung trotz 30 Jahre Aids-Aufklärung.

30 Jahre nach dem Ausbruch der ersten Aids-Erkrankungen sind viele Menschen wenig informiert über Therapieerfolge bei HIV und Aids. Auch im Gesundheitsbereich ist diese Krankheit immer noch mit Angst verbunden, selbst unter qualifiziertem Pflegepersonal. Um dieser Angst und dem Unwissen entgegenzuwirken veranstaltet die Aids-Hilfe Vorarlberg schon zum siebten Mal die Aids-Gespräche im Festspielhaus Bregenz mit Mitarbeitern der Hauskrankenpflege, mobilen Hilfsdienste und Krankenpflege-Schülern.

Virus ist nicht mehr nachweisbar

HIV und Aids, sofern richtig behandelt, sind nicht mehr ansteckend, erläutert Kerstin Wissel, eine auf Aids spezialisierte Ärztin am Kantonsspital St. Gallen (CH). In der Therapie wurden große Fortschritte gemacht. Seit Mitte der 90er Jahre gibt es immer bessere Arznei-Kombinationen, so Wissel. Man wisse durch viele Studien, wenn sich Patienten einer regelmäßigen Therapie konsequent unterziehen, werde das Virus unter der Nachweisgrenze gehalten. Das bedeute, ein Patient sei nicht mehr ansteckend.

Präventionsarbeit rechnet mit Ende von Aids

Eine befreiende Botschaft, findet Muriel Aichberger. Er betreibt seit zehn Jahren Präventionsarbeit in München. Endlich sei es Zeit, alte Mythen über Bord zu werfen. Auf die sexuell übertragbare Krankheit sei so viel Moral gepackt worden. Das müsse wieder aufhören. Bis 2020 könnten in Deutschland die Infektionen wieder gesenkt werden und Aids beendet werden. Wichtig sei ein sorgsamer Umgang der Patienten mit sich und der Krankheit und noch mehr Aufklärung gegen eine Stigmatisierung, die immer noch besteht. Vergangenes Jahr wurden in Vorarlberg elf Neuinfektionen registriert.

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