Zustellprobleme: Post-Chef gelobt Besserung

Seit Monaten ist die Post in Vorarlberg massiv in der Kritik. Grund sind unter anderem grobe Probleme bei der Zustellung. Post-Vorstandsvorsitzender Georg Pölzl kündigte bei einem Gespräch mit der Landesregierung am Donnerstag Besserungen an.

Pölzl traf am Donnerstagvormittag im Landhaus in Bregenz mit Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) zusammen. Vor allem in den Zustellbereichen Bludenz, Bregenz und Koblach habe die Arbeit der Post schlecht funktioniert, sagte Wallner. Beim Land lege man höchsten Wert auf zuverlässige Arbeit der Post.

„Fehlverhalten der regionalen Führung“

„Ich möchte nicht verhehlen, dass wir im zweiten Halbjahr des Vorjahres in Vorarlberg in der Postzustellung etwas erlebt haben, was auch für mich persönlich eine neue Erfahrung war“, sagte Pölzl nach seinem Gespräch mit dem Landeshauptmann gegenüber den Medien.

Hier habe es ein Zusammentreffen von etwas höheren Mengen als erwartet zusammen mit einer prekären Personalsituation gegeben, so Pölzl. Schlussendlich habe es auch ein Fehlverhalten in der regionalen Führung gegeben.

Post-Generaldirektor im Land

Seit Monaten gibt es In Vorarlberg Probleme mit der Post. Die Probleme waren so groß, dass die Post sogar Thema im Landtag war.

Personal wurde aufgestockt

Dafür wolle er sich entschuldigen, sagte Pölzl. Die Post habe bereits gegengesteuert, indem man Personal aufgestockt habe. Teilweise handle es sich um Zustellkräfte von Leihfirmen, zusätzlich habe man 20 Briefzusteller aus anderen Bundesländern nach Vorarlberg geholt.

Damit sei man noch nicht da, wo man hin wolle, so Pölzl. Aber die Beschwerden würden weniger werden, dass zeige, dass die Anstrengungen fruchten würden. Kern des Problems sei, dass man in Vorarlberg weniger Personal als angestrebt habe.

Gewerkschafter übergaben „Blauen Brief“

Für den Personalmangel machte Pölzl nicht die schlechte Bezahlung verantwortlich, vielmehr den ausgetrockneten Arbeitskräftemarkt in Vorarlberg. Gewerkschafter, die Pölzl im Landhaus einen „Blauen Brief“ und 10.265 Unterschriften für bessere Arbeitsbedingungen überreichte, hatten dem Unternehmen empfohlen, über Kollektivvertrag zu zahlen.

Dazu erklärte Pölzl, Medien hätten falsch berichtet, dass Zusteller in Vorarlberg durchschnittlich 1.500 Euro brutto verdienten. „Da fehlt circa ein Tausender“, so Pölzl. Da der Arbeitsmarkt in Vorarlberg besonders umworben sei, habe die Post für Neueinsteiger noch ein bisschen was draufgelegt.

Pölzl: „Beziehungsprobleme“ intern klären

Die Gewerkschafter forderten weiters die Rücknahme der Klage gegen Post-Gewerkschafter Franz Mähr, der sich öffentlich zu den Problemen bei der Post geäußert hatte. Neben Mähr erhielt auch ein Salzburger Gewerkschafter ein Medienkontaktverbot und wurden auf Unterlassung geklagt - mehr dazu in: Petition für „Solidarität mit Postbediensteten“. Gewerkschafter sprachen von einem „System der Angst“.

Er glaube, man habe das Vertrauen der Mitarbeiter, betonte Pölzl. „Alles andere“ wolle er im Unternehmen halten. Wenn es „Beziehungsprobleme“ gebe, sollten diese am besten unter vier Augen geklärt werden, nicht über die Medien. Die Vertretung des Unternehmens nach außen gehöre gerichtlich festgestellt nicht zu den Aufgaben von Personalvertretern, „das ist mein unverrückbarer Standpunkt“, betonte Pölzl. Er habe aber kein Interesse, eine Klage zu führen. „Beim Bekenntnis, sich an die gesetzliche Regelung zu halten, werden wir das zurücknehmen. Wenn aber jemand eine gerichtliche Klärung will, kann er sie haben“, richtete Pölzl den Betroffenen aus.

Neue Postpartnerschaften geplant

Dass die Zustellbezirke zu groß und die Zusteller dadurch überlastet seien, wies Pölzl zurück. Man nehme laufend Anpassungen vor. „Die Feinjustierung ist aber Aufgabe der regionalen Führung im Dialog mit der Personalvertretung“, erklärte der Post-Chef.

Weiteres Thema bei dem Gespräch waren sieben zum 30. Juni auslaufende Postpartnerschaften in Vorarlberg, vor allem in der Region Walgau. Hier habe man die Zusage des Post-Chefs erhalten, in Nachfolgeverträgen neue Postpartnerschaften aufzubauen. Es gebe bereits Gespräche mit Interessenten, versicherte Pölzl.

Landeshauptmann Markus Wallner sagte nach dem Treffen mit Pölzl, er habe den Eindruck gewonnen, dass die Probleme lokalisiert seien und aktuell intensiv bearbeitet würden. Die Qualität der Postdienstleistung müsse zügig wieder verbessert werden. Die FPÖ erklärte, sie werde das Thema und die gesetzten Maßnahmen weiterhin beobachten und falls notwendig, die nochmalige Einberufung eines Postgipfels verlangen.

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