Lungenkrebs nimmt bei Frauen stark zu

Brustkrebs wird als Todesursache Nummer eins bei Frauen wohl bald vom Lungenkrebs abgelöst. Diese Entwicklung ist laut Experten vor allem auf das verstärkte Rauchverhalten von Frauen zurückzuführen.

Laut den aktuellsten Zahlen sind 2015 fast 200 Patienten in Vorarlberg an Lungenkrebs erkrankt. Auffallend ist: Während die Zahl der Neuerkrankungen bei Männern eindeutig zurück geht, nimmt die der Frauen deutlich zu, erklärt Primar Peter Cerkl, der Leiter der Abteilung Pulmologie am Schwerpunktkrankenhaus in Hohenems.

Das habe vor allem mit dem Lebensstil der Frauen zu tun, denn immer mehr Frauen rauchen. Mittlerweile können 90 Prozent aller Lungentumore bei Frauen auf das verstärkte Rauchverhalten zurückgeführt werden, sagt Cerkl. Patienten erkranken meist im Alter zwischen 50 und 60 Jahren an Lungenkrebs.

Krebszellen Lungenkrebs
LKH Feldkirch
Krebszellen bei Lungenkrebs

Keine Schmerzen: Krankheit wird oft zu spät erkannt

Für viele ist Lungenkrebs das Todesurteil - dieser gilt als tödlichste Erkrankung unter den Krebsarten. Da Lungenkrebs keine Schmerzen verursacht, werde die Krankheit erst sehr spät erkannt, sagt Cerkl. In den meisten Fällen zu spät, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Vielfach gehen die Patienten erst zum Arzt, wenn sie an chronischem Husten leiden, Blut spucken, oder andere Organe bereits beeinträchtigt wurden.

Krebsbilder Lungenkrebs
Cerkl
Auf der linken Seite sieht man den Tumor (Pfeil).

Raucher können aufatmen: Die Lunge verzeiht

Nicht zu rauchen ist laut Cerkl die beste Vorsorge. Aber auch jene, die bereits über eine längere Zeit geraucht haben, müssen sich keine Sorgen machen. Denn die Lunge verzeiht, sagt Cerkl. Bereits nach fünf Jahren Rauchfreiheit besteht nur mehr ein 50-prozentiges Risiko, dass man an Lungenkrebs erkrankt. Nach zehn Jahren hat sich die Lunge laut Cerkl bereits so weit erholt, dass sie einer Nie-Raucher-Lunge entspricht. Jedoch fehle vielfach die Einsicht bei den Rauchern. Kein Wunder, meint Cerkl, Rauchen sei eine Suchtkrankheit, die ein ähnlich hohes Suchtpotential habe wie Heroin.

Lungenkrebs
Cerkl

Rauchverbot-Entscheidung: Rückschritt für Experten

Als Rückschritt bezeichnet Cerkl das von der türkis-blauen Bundesregierung doch nicht umgesetzte Rauchverbot in Lokalen. So gibt es Studien, die laut Cerkl belegen: In sogenannten Nicht-Raucher-Ländern sind in den letzten Jahren weniger Menschen an Lungenkrebs erkrankt, als in Raucher-Ländern.

In Vorarlberg erkranken jährlich an die 1.700 Menschen an Krebs. Derzeit sind 15.000 Vorarlberger aufgrund einer Krebserkrankung in Behandlung. Rund 760 Patienten sterben pro Jahr daran.

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Lungenkrebs nimmt bei Frauen zu
Bei Frauen ist Brustkrebs die Todesursache Nummer eins. Doch das könnte sich bald ändern, denn immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs.

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