Grüne laufen gegen „Shopping-Tempel“ Sturm

Aus Sicht der Grünen gibt es in Vorarlberg bereits genug Einkaufszentren, die Verkehr, Lärm, Abgase und Stau verursachen würden. Sie fordern daher einen Baustopp für „Shopping-Tempel“ an Ortsrändern.

Statt immer neuer Einkaufszentren wünschen sich die Grünen eine Stärkung der Ortszentren als Nahversorgungsstandorte. Von Chancengleichheit könne derzeit keine Rede sein, sagt Raumplanungssprecherin Nina Tomaselli: „529.000 Quadratmeter Verkaufsfläche haben wir derzeit in Vorarlberg im Rheintal, sind damit einer der Spitzenreiter in Mitteleuropa.“ 70 Prozent dieser Verkaufsflächen befänden sich nicht im Zentrum, sondern an den Ortsrändern: „Und damit ist ganz klar das Maß des Verträglichen schon längst überschritten.“

Als Gegenmaßnahme wünscht sich Tomaselli eine Parkraumbewirtschaftung bei den Einkaufszentren: „Die Einkaufszentren sollen zusätzlich eine Verkehrserregerabgabe leisten für den Verkehr, den sie produzieren.“ Sie hat diesbezüglich eine Anfrage an Raumplanungslandesrat Karlheinz Rüdisser (ÖVP) gestellt. Außerdem wollen die Grünen das Thema in der nächsten Landtagssitzung diskutieren.

Zadra kritisiert Kirchturmdenken

Bei den beiden meistdiskutierten Vorhaben - der Messepark-Erweiterung in Dornbirn und der IKEA-Ansiedlung in Lustenau - sei auffallend, dass die jeweils andere Gemeinde das Projekt ablehne mit derselben Begründung: Es werde jeweils die höhere Verkehrsbelastung kritisiert, sagt Daniel Zadra. „Interessant ist, dass man eben nur die Autos der anderen meint. Die eigenen Autos, die werden hingenommen.“

Das zeige, dass die Gemeinde jeweils den vermeintlichen „Goldesel“ im eigenen Garten haben wolle: „Das was über dem Kirchturm passiert, das wird ausgeblendet.“ Zadra fordert daher - besonders im Rheintal - eine gemeindeübergreifende Planung von Einkaufszentren.

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