Schweizer Naturschützer kritisieren Rhesi

Die Umweltorganisation Pro Natura St. Gallen/Appenzell übt Kritik an den Planungen zum Hochwasserschutzprojekt Rhesi - Rhein, Erholung und Sicherheit. Ökologische Probleme würden eine Überarbeitung des Konzepts erfordern.

Wenn es nach den Betreibern geht, sollen die Planungen für Rhesi noch heuer abgeschlossen werden - mehr dazu in „Rhesi“-Projekt nimmt Form an: Start noch heuer. Laut Pro Natura wäre das aber verfrüht, denn es gebe nach wie vor gravierende Mängel beim Großprojekt. So seien etwa die Flussaufweitungen in Hard und Widnau mit einem Abstand von zehn Kilometer viel zu weit entfernt, sagt Geschäftsführer Christian Meienberger.

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten bewiesen, dass Flussaufweitungen nicht mehr als maximal fünf Kilometer voneinander entfernt sein dürfen. „Das ist nötig, damit eine Vernetzung stattfinden kann, bei dem die Tiere und Pflanzen einen genetischen Austausch vollziehen können“, so Meienberger.

Unsichere Brunnen im Rheinvorland

Ein zweites grundsätzliches Problem sieht der Pro-Natura-Geschäftsführer in den Brunnen im Rheinvorland in Widnau. Diese würden der modernen Gesetzgebung in der Schweiz nicht entsprechen, weil die Sickerzeiten viel zu kurz seien. Daher seien die Brunnen bakteriologisch unsicher, sagt Meienberger.

Damit bestehe die Gefahr, dass das Trinkwasser durch den Fluss verunreinigt werde. Diese Brunnen würden zudem durch ihren Standort eine Aufweitung in diesem ökologisch wichtigen Bereich verhindern, sagt Meienberger. Sollten die Mängel nicht behoben werden, wolle man das Projekt im Rahmen des Auflageverfahrens beeinspruchen und durch ein Gericht prüfen lassen.

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