Fantasievoller „Parzival“ im Theater Kosmos

Im Theater Kosmos in Bregenz hat am Donnerstag das Drama „The Parzival Company“ von Max Lang Premiere gefeiert. Fantasy trifft auf Groteske, wenn ehemalige Wirtschaftsprüfer sich als heldenhafte Ritter sehen.

Der Börsianer als Gutmensch, der Greis als Idealist, das Mittelalter als Hort der Tugenden - in Max Langs Drama scheint einiges auf den Kopf gestellt. Parzival wird, genau wie in der Artus-Sage, die richtige Frage nicht stellen. Den idealistischen Greisen der Parzival Company steht ein Gaudibursch gegenüber, der sich allerdings danach sehnt, zu den besten zu gehören.

Premiere The Parzival Company
Gerhard Kresser/Theater KOSMOS

Dreh- und Angelpunkt der Inszenierung ist das Bühnenbild von Caro Stark, eine Ritterburg mit Türmchen und Zinnen - alles recht lädiert. Auch die Kostüme - viel Pelz, viel Schmuck - zeugen von verblichenem Glanz. Autor Max Lang sagt, er habe nach einer „Übersetzung“ der ritterlichen Tafelrunde gesucht. So sei er auf die Wirtschaftsprüfer gestoßen: „Wirtschaftsprüfer deshalb, weil ich ehemalige Wirtschaftsprüfer kenne, und da war das, glaube ich, eine ganz gute Übertragung ins Heute.“

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Premiere „The Parzival Company"

Im Beitrag sehen Sie: Jutta Dieing, Bregenz; Max Lang, Autor; Stephan Kasimir, Regisseur

Die Übertragung ins Heute ist Lang auf eine sensationelle Art geglückt - das Ensemble, allen voran Haymon Maria Buttinger als Onkel Ewald, hat sichtlich Vergnügen am Zuspitzen der Fantasy-Charaktere, und wir Zuschauer haben was zu lachen und was zu denken und gehen trotz allem mit dem Traum von einer besseren Welt hinaus in die Nacht.

Ingrid Bertel, ORF Vorarlberg

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