S18: Baubeginn frühestens 2024/25

Die Neutrassierung der Schnellstraße im Unteren Rheintal in die Schweiz ist laut VN vom Verkehrsministerium positiv beurteilt worden. Mit einem Baubeginn der S18 kann aber frühestens 2024/2025 gerechnet werden.

Der 230 Seiten starke Umweltbericht wurde Anfang des Jahres an das Verkehrsministerium übergeben - mehr dazu in: S18-Nachfolgelösung soll heuer fixiert werden.

Die Zustimmung im Verkehrsministerium Wien ist eine Voraussetzung dafür, dass das Projekt im Ministerrat und dann auch im Parlament beschlossen werden kann. Dabei geht um die Verankerung der S18 neu im Gesetz. Konkret darum, dass der Anschlusspunkt von der Rheintalautobahn nicht mehr in Lauterach sein wird, sondern weiter südlich in Dornbirn.

Noch zwei Varianten im Spiel

Nach dem Beschluss im Parlament kann die Asfinag als Projektträger die Planungen weiter vertiefen. Derzeit sind noch zwei Varianten im Spiel. Die - aus der Sicht des Landes - Bestvariante, die mitten durch das Ried führt, zum Teil auch darunter in einem vierspurigen Tunnel. Und die Variante „Ostfumfahrung Lustenau“. Die stellvertretende Projektleiterin bei der Asfinag, Martina Schumacher, sagt, die Entscheidung über die Trasse werde vermutlich erst in den Jahren 2019/2020 fallen. Andere Vorhaben der Asfinag hätten gezeigt, dass der Aufwand für derartige Projekte sehr groß sei. Das heißt: es könnte noch drei Jahre dauern bis die Trassenführung geklärt sei.

Für die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) rechnet Schumacher noch einmal ein bis zwei Jahre dazu. Kommen dann noch rechtliche Einsprüche, landen wird laut Schumacher bei einem möglichen Baubeginn in acht bis neun Jahren.

Wallner: Wichtige Hürde genommen

Mit der positiven Beurteilung des Verkehrsministeriums habe das Land eine wichtige Hürde in der Umsetzung des S18-Nachfolgeprojekts genommen, sagen Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP). Am Zug seien jetzt Ministerrat und Parlament, die Bundesbeschlüsse seien laut Wallner jedoch nur mehr Formsache. Wallner hofft nun, dass diese so rasch wie möglich umgesetzt werden.

Bis die 900 Millionen Euro teure Schnellstraße jedoch endgültig umgesetzt werden könne, dauere es noch lange, sagt Wallner. Er geht davon aus, dass 2017 mit der Planung der konkreten Trassenführung begonnen werden kann.

WK und IV hoch erfreut

Auch Industriellenvereinigung (IV) und Wirtschaftskammer (WK) haben sich am Montag zu Wort gemeldet. Für Martin Ohneberg, Präsident der IV-Vorarlberg, hat das Projekt höchste Priorität für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg und auch Wirtschaftskammer-Direktor Helmut Steurer zeigt sich erfreut über die weiteren Entwicklungsschritte in Sachen S-18-Nachfolgeprojekt.

Bodensee Schnellstraße S18

Nachdem die Bodensee Schnellstraße S18 aufgrund der Rechtslage nicht realisierbar war, wurde 2011 eine Nachfolgelösung präsentiert, deren Evaluierung Ende 2014 abgeschlossen wurde und voraussichtlich im Verlauf des Jahres 2016 im österreichischen Nationalrat beschlossen wird. Sie sieht eine von zwei noch auszuwählenden Varianten vor, die zwischen 7,5 und 8,6 km lang sind. Die Schnellstraße soll bei Dornbirn von der A14 abzweigen und in der Schweiz bei St. Margrethen in die A1/E60 und A13/E43 münden.

Variante Z
ORF
Variante Z

Von 20 eingereichten Varianten blieben zwei übrig. Die Landesregierung favorisiert „Variante Z“, die Riedquerung mit Unterflurtrasse von Dornbirn-Nord nach Lustenau-Nord und weiter in die Schweiz. Sollte diese Variante nicht realisierbar sein, soll die „Variante CP“, eine Ostumfahrung von der L204 über Lustenau-Nord in die Schweiz weiterverfolgt werden.

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