Musikanten protestierten vor dem Landhaus

Mehrere hundert Musikanten haben am Mittwochabend vor dem Landhaus in Bregenz gegen eine Verkleinerung der Militärmusik protestiert. Die Vorarlberger Militärmusik soll von derzeit 47 auf 21 Soldaten reduziert werden.

Hintergrund für die geplante Verkleinerung sind Einsparungen beim Bundesheer. Der Blasmusikverband will das nicht hinnehmen und veranstaltete deshalb ein großes Protestkonzert vor dem Landhaus. Mehrere hundert Musikanten nahmen an dem Protestkonzert in Bregenz teil und spielten vor dem Landhaus einige Stücke. Sie forderten die Vorarlberger Politik auf, in Sachen Militärmusik „in Wien für Ordnung zu sorgen“.

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Stimmungsbild vom Konzert

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Melanie Kritzer war für Radio Vorarlberg vor Ort.

Plakate, Reden und Marschmusik

Wolfram Baldauf, Obmann des Vorarlberger Blasmusikverbands und des Vereins der Militärmusikfreunde sowie Initiator des Protestkonzerts, freute sich über die zahlreich in Tracht erschienen Musikanten. Diese machten ihrem Unmut nicht nur durch Musizieren und Reden, sondern auch auf Plakaten - etwa „Ja zu 9 Militärmusiken ist KLUG“ - Luft. Die zentrale Forderung: Die Militärmusiken müssten als selbstständiger Truppenkörper in musikalisch gut vertretbarer Größe mit rund 50 Musikern in jedem Bundesland erhalten bleiben. Das Konzert sei eine Kampfansage zur Erhaltung österreichischen Kulturguts.

Eine verkleinerte Militärmusik soll nur noch aus 20 Personen bestehen. Dann könne sie ihre ureigenste Aufgabe, das Spielen von Märschen, nicht mehr wahrnehmen, sagt Baldauf. Gewisse Literatur sei für eine kleine Musik einfach nicht zu spielen. Auch als Ausbildungsstätte würde die Militärmusik fehlen, sagt er, ebenso wie etwa beim Schaumarschieren.

Wallner wirft Ministerium Sturheit vor

Vor Ort war auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Es sei jedenfalls die Frage an Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) zu richten, ob er sich nicht eine Aufstockung der Militärmusiken über Grundwehrdiener vorstellen könne. Die Reduktion des Kaderpersonals sei schließlich akzeptiert worden. Wallner erhebt in Richtung Wien den Vorwurf der Sturheit, wenn es nicht ermöglicht werde, dass ein paar Grundwehrdiener mehr ihren Präsenzdienst bei der Militärmusik leisten. Das sollte „der Herr Minister noch einmal überdenken“, meinte der Landeshauptmann bei dem Konzert. Von Vorarlberger Seite sei hier jedenfalls ein klares Zeichen gesetzt worden.

Konzett: Verkleinerung ist besser als Abschaffung

Militärkommandant Ernst Konzett nahm nicht an der Demonstration teil. Er sei dem Staat als Berufssoldat zur besonderen Loyalität verpflichtet und habe als Militärkommandant in kritischen Situationen besonnen zu führen, und das nicht auf der Straße, sagte er. Das Heer müsse in allen Bereichen sparen, bei den Truppen, bei den Fahrzeugen und eben auch bei der Militärmusik. Für ihn sei unter dem massiven Sparzwang für das Bundesheer eine verkleinerte Militärmusik für Vorarlberg noch die vorteilhaftere Lösung, als es die zuerst geplante völlige Abschaffung gewesen wäre.

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Militärkommandant Ernst Konzett im Gespräch mit Bernhard Stadler.

Ursprünglich war Auflösung geplant

Zuerst sollte die Militärmusikeinheit in Vorarlberg gänzlich aufgelöst und mit der Tiroler zusammengelegt werden. Aufgrund der bundesweiten Proteste gibt es nun die Lösung, dass in jedem Bundesland eine kleine Militärmusik mit 21 Mann bestehen bleibt. Lesen Sie mehr inVorarlberger Militärmusik bleibt erhalten.

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