Empörung über Militärmusik-Einsparung

Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) hat am Freitag seine Bundesheerreform-Pläne präsentiert. Während österreichweit große Einschnitte geplant sind, soll in Vorarlberg die Militärmusik bis 2018 gestrichen werden - eine Einsparung, die viele empört.

Das Bundesheer wird aufgrund des Spardrucks umstrukturiert. Verteidigungsminister Klug und Generalstabschef Othmar Commenda präsentierten am Freitag ihr Reformkonzept bis zum Jahr 2018 der Öffentlichkeit - mehr dazu in 13 Kasernen vor Schließung.

Betroffen sind alle Bundesländer - Vorarlberg im Österreichvergleich eher wenig. Denn während bundesweit insgesamt 13 Kasernen geschlossen werden, betreffen die Einsparungen in Vorarlberg ausschließlich die Militärmusik. Sie soll bis 2018 aufgelöst werden - ebenso wie in Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark. Ausdrücklich betont wird im Umstrukturierungskonzept, dass das Miliz-Jägerbataillon Vorarlberg erhalten bleibt und gestärkt werden soll.

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Im Video zu sehen: Ernst Konzett (Militärkommandant Vorarlberg), Martin Hämmerle (Vizepräsident der Offiziersgesellschaft Vorarlberg), Wolfram Baldauf (Landesobmann des Blasmusikverband), Olga Wagner, Helmut Leite (Altbürgermeister in Schwarzach), Gabi Sturm; Beitrag von Bruno Schratzer, Holger Weitze, Sabrina Winter

Baldauf: Kann Entscheidung nicht nachvollziehen

Der Landesobmann des Vorarlberger Blasmusikverbandes, Wolfram Baldauf, reagiert empört über die geplante Auflassung der Militärmusik. Er könne diese Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen. Denn die Militärmusiken seien genau jene Einheiten, „die eigentlich gar nicht viel brauchen“. In Vorarlberg habe die Militärmusik für den Blasmusikverband einen hohen Stellenwert. Sie stünden schon 50 Jahre im Ausbildungsdienst. Die Musikanten würden freiwillig ihren Dienst machen - sie könnten ein Jahr lang am Instrument bleiben und seien dann quasi die ehrenamtlichen Stützen in den Musikvereinen, so Baldauf gegenüber dem ORF Vorarlberg.

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Audio: Wolfram Baldauf, Landesobmann des Vorarlberger Blasmusikverbandes, zur Streichung der Militärmusiken

Wallner mit Auflassung „nicht einverstanden“

Auch Landeshauptmann Markus Wallner (ÖV) erklärte am Freitag, dass der Militärmusik in Vorarlberg eine große Bedeutung in Bezug auf die Blasmusik zukomme. Er betonte dass die Kernaufgaben des Bundesheers weiter erfüllt bleiben müssten - im Wesentlichen der Katastrophenschutz und die Sicherstellung der Grundwehrausbildung. Das Reformkonzept werde intensiv dahin gehend überprüft werden.

Mit der Auflassung der Militärmusik in Vorarlberg „sind wir nicht einverstanden“, so der Landeshauptmann. Es gebe eine enge Vernetzung zwischen der Militärmusik und der Blasmusikszene. Wallner forderte von Klug Gesprächsbereitschaft.

Finanzierungsvorschläge von Schwärzler (ÖVP)

Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) sagte, man habe bereits einen Verein für die Militärmusik gegründet, der diese auch finanziell unterstützen soll. Ausreichend für die Finanzierung wird das allerdings nicht sein. Ein weiterer Vorschlag des Vorarlberger Sicherheitsreferenten wäre, die Bezahlung für Auftritte bei Veranstaltungen direkt in die Finanzierung der Militärmusik im Land zu stecken.

In Vorarlberg sei die Militärmusik anders als in manchen östlichen Bundesländern „ein fixer Bestandteil des Katastrophenschutzes“. Hierzulande sei klar, „im Katastrophenfall muss die Mannschaft die Instrumente zur Seite legen und die Schaufel in die Hand nehmen.“

Kritik an den Bundesheer-Einsparungen übte Schwärzler nicht. Nur soviel: „Es hat vor eineinhalb Jahren eine Volksbefragung mit einem ganz klaren Ergebnis gegeben“, sagte der Vorarlberger Sicherheitsreferent. Diesen Volksentscheid gelte es zu respektieren. Was er ablehne, wäre „eine Abschaffung des freiwilligen Bundesheeres durch die Hintertür“.

Konzett erleichtert über Jägerbataillon-Erhalt

Der Vorarlberger Militärkommandant Ernst Konzett zeigte sich am Freitag gegenüber dem ORF Vorarlberg erleichtert darüber, dass das Jägerbataillon 23 in der Walgaukaserne weiterhin erhalten und die rasche Assistenzleistung im Land somit sichergestellt sei. Schmerzlich treffe es hingegen die Militärmusik, so Konzett.

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