ÖOC-Präsident Stoss vor Aufnahme in das IOC

ÖOC-Präsident Karl Stoss steht vor der Aufnahme in das Internationale Olympischen Komitee (IOC). Der 59-jährige Vorarlberger ist vom Exekutivkomitee des IOC am Freitag als einer von acht Kandidaten für die Aufnahme als IOC-Mitglied vorgeschlagen worden.

Die Wahl in den erlesenen Kreis geht Anfang August bei der 129. IOC-Session in Rio de Janeiro über die Bühne. Die Bestätigung der Kandidaten um den Präsidenten des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) in das derzeit 91 stimmberechtigte Mitglieder zählende Gremium gilt als Formalität.

Karl Stoss ÖOC Präsident

ORF

„Ich freue mich natürlich, dass es mit der Nominierung geklappt hat. Es ist für den österreichischen Sport und für mich persönlich eine große Freude“, sagte Stoss am Freitag in Wien im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. „Wieder im IOC vertreten zu sein, wäre ein absoluter Gewinn für den österreichischen Sport“, ergänzte ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel.

Zehnter Österreicher im IOC

IOC-Präsident Thomas Bach bezeichnete Stoss anlässlich einer Pressekonferenz in Lausanne als erfahrenen Manager mit ausgezeichneten Politik-Kontakten. Mit seiner Business-Erfahrung könne Stoss im IOC einen wichtigen Beitrag leisten, so Bach weiter.

Stoss wäre der zehnte Österreicher als gewähltes IOC-Mitglied. Sein Vorgänger Leo Wallner war Ende 2014 nach 15-jähriger Mitgliedschaft aus gesundheitlichen Gründen vor dem Erreichen des damals gültigen Alterslimits von 80 Jahren aus dem Gremium ausgeschieden. Bis zu seinem Tod im Vorjahr im Alter von 79 Jahren fungierte Wallner als IOC-Ehrenmitglied.

Infantino nicht nominiert

Stoss - für den das derzeitige Alterslimit von 70 Jahren gilt - kündigte an, im Falle seiner Wahl natürlich auch für mögliche künftige Olympia-Bewerbungen Österreichs eintreten zu wollen. Vorerst gehe es im Hinblick auf etwaige Bemühungen um die Winterspiele 2026 oder 2030 aber weiterhin hauptsächlich um das Ausloten der Chancen, so der Generaldirektor der Casinos Austria. Er sei dahingehend im laufenden Kontakt mit Bach.

Nicht unter den acht Nominierten sind FIFA-Präsident Gianni Infantino und IAAF-Präsident Sebastian Coe, deren Verbände seit längerem in große Skandale verwickelt sind. Die Präsidenten des Fußball-Weltverbandes und des Internationalen Leichtathletik-Verbandes gehörten bisher fast ständig zum Kreis der IOC-Mitglieder. Der frühere FIFA-Chef Joseph Blatter und der frühere IAAF-Boss Lamine Diack waren bis zum vergangenen Jahr noch IOC-Mitglieder.