Gletscher deutlich geschrumpft

Der Hitzesommer 2015 hat die Gletscherschmelze in der Silvretta-Region mehr als verdoppelt. Das geht aus dem Gletscherbericht des Alpenvereins hervor. Der durchschnittliche Rückgang der Gletscher in der Region liegt bei 17,9 Metern.

Laut den Angaben des Alpenvereins sind bis auf den Ochsentaler Gletscher alle beobachteten Silvrettagletscher deutlich stärker zurückgeschmolzen als noch 2014. In der Region am stärksten Betroffen war der Vermunt-Gletscher an der Grenze zwischen Vorarlberg, Tirol und der Schweiz. Er ging um 26 Meter zurück.

Der Ochsentaler Gletscher am Fuße des Piz Buin, der zuletzt besonders stark zurückgegangen war, lag diesmal im Bereich des 10-jährigen Mittels. Mit minus 8,2 Meter hatte der Klostertaler Gletscher den geringsten Rückgang des Gebietes.

Brandner Gletscher

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Brandner Gletscher

Nur 2003 ähnlich starker Rückgang

Seit über vierzig Jahren beobachtet Günther Gross die Gletscher Vorarlbergs - er liefert auch die Zahlen für die Studie des Alpenvereins. Ein Jahr wie das vergangene hat es zuvor nur einmal gegeben, nämlich im Rekord-Sommer 2003.

Im vergangenen Sommer hätten die Gletscher geschwitzt, sagt Gross, zudem habe es auch keinen größeren Schneefall auf den Gletschern gegeben. Die kleineren Gletscher seien komplatt blank gewesen und auf den ganzen Gletscherflächen ein Einsinken feststellbar gewesen.

Mehrere Gletscher zerfallen

Mehrere Gletscher zerfallen, etwa der Bieltalferner, der Vermuntferner unterhalb der Dreiländerspitze oder der Brandner Gletscher zwischen Schesaplana und Panüeler Kopf.

Die Bewegung der Eismassen geht Richtung Null. Eine Prognose, bis wann die Silvretta gletscherfrei sein wird, will Gross wegen fehlender Erfahrung mit sterbenden Gletschern nicht abgeben.

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