Flüchtlinge weniger gut qualifiziert als erwartet

Die Flüchtlinge, die in den vergangenen Monaten in Österreich und auch in Vorarlberg eingetroffen sind, verfügen nicht über den erhofften Bildungs- und Qualifikationsgrad. Oft sind die vorhandenen Qualifikationen auch nicht direkt mit hiesigen vergleichbar.

„Die Qualifikationen und Ausbildungsgrade sind deutlich niedriger als erwartet“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag beim Regierungsfoyer. Österreichweite Zahlen belegen demnach, dass jeder zweite Syrer nur einen Pflichtschulabschluss vorzuweisen habe, die Akademikerquote liege etwa bei zehn Prozent.

Vorschlag: Eignung für Arbeitsmarkt konkret prüfen

AMS-Chef Anton Strini gab zu bedenken, dass die vorhandenen Qualifikationen oft nicht mit dem in Österreich geforderten Niveau vergleichbar seien. Wenn jemand in Afghanistan als Autoelektriker gearbeitet habe, heiße das nicht, dass er dieselbe Arbeit auch in Dornbirn verrichten könne. Hier gebe es massive Unterschiede. Strini plädierte daher für konkrete Kompetenz-Checks. Damit solle man herausfinden, welche Qualifikationen am Arbeitsmarkt tatsächlich verwertbar seien.

Ausbildungen anbieten, wo bisher Mitarbeiter fehlen

Immer wieder war davon ausgegangen worden, die Flüchtlinge könnten mit ihren Qualifikationen einen wertvollen Beitrag für die Wirtschaft leisten. Besonders bei Flüchtlingen aus Syrien wurde mit einem sehr hohen Qualifizierungsgrad gerechnet. Auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl hatte diese Position vertreten - er regt allerdings auch an, Flüchtlinge in Bereichen, in denen man in Österreich vergeblich Menschen suche, aus- und weiterzubilden.

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