Vorweihnachtszeit: Taschendiebe haben Hochsaison

Den Trubel im Weihnachtsgeschäft und rundum die Christkindlmärkte nutzen Taschendiebe, um im Gedränge Beute zu machen. Abgesehen haben es die Diebe vor allem auf Bargeld, Kreditkarten und Handys. Die Polizei ist deshalb den gesamten Monat vermehrt im Einsatz.

Die typischen Taschendieb-Opfer sind vor allem Frauen, die ihre Geldbörsen in den Handtaschen verstauen und den Reißverschluss oft nicht zumachen, sagt Polizeisprecher Horst Spitzhofer. Zudem sei es leichter, in eine Handtasche zu greifen als in eine Hosentasche.

Taschendiebstähle haben teils weitreichende Folgen

Eine gestohlene Handtasche kann jedoch laut Spitzhofer weitreichende Folgen haben: So ist in den meisten Fällen der Auto- oder Haustürschlüssel in der Handtasche. Kombiniert mit der Wohnungsadresse müsse man damit rechnen, dass die Taschendiebe dann auch die Wohnung aufsuchen. Hier rät Spitzhofer, sofort das Türschloss austauschen zu lassen.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Polizeisprecher Horst Spitzhofer über die Vorgehensweise von Taschendieben, Brennpunkte und typische Opfer

Die Polizei rechnet bis Weihnachten vermehrt mit Taschendiebstählen. Die Zahl der Anzeigen steige im Dezember deutlich an, meint Spitzhofer. Brennpunkte sind vor allem Christkindlmärkte, Einkaufszentren, enge Rolltreppen oder Öffis: Überall dort, wo viele Menschen aufeinandertreffen und ein Gedränge möglich ist.

Polizeitipps:

  • Rechnen Sie damit, dass Diebe Sie in einer großen Menschenmenge ablenken und bestehlen wollen. Taschendiebe lassen sich am suchenden Blick erkennen - sie meiden den Blickkontakt mit dem Opfer und fixieren eher die Beute. Bleiben Sie misstrauisch, wenn Sie von Unbekannten angesprochen werden.
  • Tragen Sie Wertsachen und Dokumente nicht in der Handtasche bei sich, sondern verteilen Sie sie in verschlossenen Innentaschen Ihrer Oberbekleidung. Empfehlenswert sind Brustbeutel, Geldgürtel oder Innentaschen.
  • Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen und Rucksäcke stets verschlossen, stets unter dem Arm geklemmt und mit dem Verschluss zum Körper.
  • Verwahren Sie Geldbörse, Mobiltelefon oder Schlüssel nicht in der Einkaufstasche, Einkaufswagen oder Einkaufskorb. Geben Sie Ihre Geldbörse nie aus der Hand und legen Sie sie auch nicht auf das Kassenpult.
  • Lassen Sie Ihre Einkaufstaschen und Wertsachen nie aus den Augen. Hängen Sie Handtaschen mit Wertsachen niemals an Garderoben oder über Stuhllehnen. Legen Sie Mobiltelefone in Restaurants nicht offen auf den Tisch.

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Im Beitrag: Polizeisprecher Horst Spitzhofer

Polizeibekannte Tricks:

  • Rempel-Trick: Beim Einstiegen in den Bus oder Straßenbahn stolpert der Vordermann, bückt sich oder bleibt plötzlich stehen. Das Opfer stößt gegen ihn, ist abgelenkt und der Komplize greift in die Tasche.
  • Drängel-Trick: Der Dieb rückt unangenehm dicht auf das Opfer auf und nutzt dabei die Gelegenheit, in die Tasche zu greifen.
  • Geldwechsel-Trick: Fremde bitten das Opfer, eine Münze oder eine Banknote zu wechseln. Während das Opfer nach Münzen sucht, nähert sich der Fremde und greift oft selbst in das Münzfach - dabei nimmt er die Banknoten aus dem Geldscheinfach.
  • Supermarkt-Trick: Täter fragen nach einer bestimmten Ware, die sie nicht finden. Das Opfer ist behilflich, währenddessen stiehlt ein Komplize die Handtasche oder die Geldbörse aus dem Einkaufswagen.
  • Bettel-Trick: Kinder halten dem Opfer ein Blatt Papier hin mit der Bitte um eine kleine Spende, oder sie laufen um das Opfer herum. Die Ablenkung nutzen erwachsene Täter, die Geldbörse oder Handtasche zu stehlen.