Ringe mit Perlen und Pelz verziert
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Design

Neue Kreationen aus alten Pelzmänteln

Das kennen einige: Im Kleiderkasten von der Oma oder der Ur-Oma hängt noch ein Pelzmantel. Viele wissen aber nicht, was sie mit den alten Mänteln machen sollen – möglicherweise auch, weil sie Pelz aus Tierschutzgründen ablehnen. Eine Dornbirner Designerin verarbeitet alte Pelze und macht daraus neue Mode.

Betritt man das kleine Atelier von Barbara Schröder in Dornbirn, ist es wie ein Blick in eine Schatzkiste: Überall Schmuck und Accessoires aus Materialien, die sie auf ihren Reisen gesammelt oder auf Flohmärkten gefunden hat.

Dornbirner Designerin wiederbelebt alte Pelze

Barbara Schröder verarbeitet alte Pelze, die sie auf Flohmärkten findet oder aus Verlassenschaften bekommt und macht daraus neue Mode. Für die gelernte Medienpädagogin ist der Umgang mit Pelz zu einem Lebenselixier geworden.

Eine besondere Liebe hat Barbara Schröder zu Pelz entwickelt. Mäntel und Jacken, die mehrere Jahrzehnte alt sind und nur noch auf dem Müll landen würden – sie nicht weiterzuverwenden, ist für die Designerin reine Verschwendung. „Diese Tiere sind vor so vielen Jahren getötet worden. Second hand ist das im Prinzip – second hand deluxe“, sagt Schröder. Sie selbst, die nicht mal Fleisch isst, trägt die Pelz-Kunststücke „mit großer Leidenschaft“.

Fotostrecke mit 3 Bildern

Ohrringe mit Pelz
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Barbara Schröders Lieblingsschmuck: Ohrringe
Barbara Schröder in ihrem Atelier
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Designerin Barbara Schröder in ihrem Atelier
Kette mit Pelz verziert
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Neues Leben für einen alten Pelz: Als Verzierung an einer Kette

„Liebe, die entflammen kann“

Das Material Pelz kann vielseitig und kreativ verwendet werden, erzählt die Designerin. „Ich habe angefangen, mit diesen Pelzen zu arbeiten, indem ich sehr radikal diese Pelze geschnitten habe und geschaut habe, was kann ich damit machen.“ So entstanden Handtaschen, Schmuck – und vor allem ihre großen Leidenschaft: Ohrschmuck.

Für die gelernte Medienpädagogin ist der Umgang mit Pelz zu einem Lebenselexier geworden. So kritisch manche Kundinnen dieses Material anfangs sehen, so schnell würden sie überzeugt von der Kreationen, sagt Schröder. Zuerst komme die Ablehnung: „Pelze – das ist ja verboten, das dürfen wir nicht.“ Und wenn sie dann mit der Kundschaft ins Gespräch komme, auch darüber, dass das Tier schon lange gestorben sei, „dann ist da eine andere Zugänglichkeit. Und dann ist das so eine Liebe, die entflammen kann.“

Sendungshinweis: „Vorarlberg heute“, 16.3.2021, 19.00 Uhr, ORF2

Leicht sinnlich und extravagant, die Kreationen von Barbara Schröder haben längst modeinteressierte Kundinnen gefunden. „Für mich ist das deluxe im Sinne von: Ich hole wieder etwas nach vorne, das sonst niemals gewürdigt werden würde und das hat auch ganz viel mit Hingabe dafür zu tun, was ich damit mache.“