Hohentwiel auf See von der Seite
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Verkehr

Besonderes Jubiläum für Hohentwiel

Sie ist für den Bodensee prägend: Die Hohentwiel. Am Sonntag vor 30 Jahren brach der historische Raddampfer nach einer fünfjährigen Generalsanierung zur zweiten Jungfernfahrt auf.

Sendungshinweis
„Vorarlberg Heute“
Sonntag, 17. Mai 2020
19.00 Uhr ORF 2

Noch vor dem ersten Weltkrieg wurde die Hohentwiel in den Dienst gestellt. Ein Dampfkessel mit rund 8.000 KW Dampfleistung sorgte für die nötige Energie. Statt mit Kohle wird dieser heutzutage umweltbewusst mit Heizöl Leicht befeuert.

1962 wurde sie ausgemustert. Die Verschrottung drohte. Nach langem Hin und Her kaufte schließlich der Bregenzer Segelclub das Schiff um 150.000 Schilling und baute es zum Clubheim im Sporthafen-Bregenz um.

Restaurierung des Schiffes

1984 gründete sich der Verein internationales Schifffahrtsmuseum und kauft das zusammengerostete Wrack. Reinhard Kloser – später Kapitän der Hohentwiel – wurde neben vielen anderen zum Retter der Hohentwiel.

Fotostrecke mit 6 Bildern

Hohentwiel vor der Restaurierung
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Hohentwiel auf See von der Seite
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Kapitän Hohentwiel
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Hohentwiel auf Bodensee von vorn
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Hohentwiel – Motorraum
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Hohentwiel während der Restaurierung
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In einem eigens eingerichteten Trockendock in Hard entstand in 3,5 Jahren aus dem verrosteten Wrack wieder die stolze Hohentwiel. 2,4 Millionen Euro kostete die Restaurierung – bezahlt von den Bodensee-Anrainerstaaten. Ein verhältnis-mäßig günstiger Preis, der nur durch das große Engagement von vielen Firmen in der Region zu erreichen war.

Zweite Jungfernfahrt

Am 17. Mai 1990 fand nach der Taufe die zweite Jungfernfahrt des Schaufelraddampfers statt. 2004 übergab Kapitän Kloser das Ruder an seinen Nachfolger Kapitän Konstatzky.

Das historische Schiff braucht viel Pflege, da es die Maschinen-Teile nicht von der Sange gibt. Sechs Mann Besatzung sorgen für die Wartung. Seither verzeichnet das Schiff rund 200 Einsätze pro Saison. Sechs Crewmitglieder sorgen dafür, dass die Räder geschmiert bleiben.

Solange die Grenzen in der Bodenseeregion wegen der Pandemie nicht vollständig geöffnet sind, lohnt sich ein Betrieb des historischen Dampfers nicht. Es dauert also noch ein wenig, bis das Juwel wieder im Bodensee seine Runden dreht.