Liebesgeschichte

Wenn es auf der Gymnaestrada „funkt“

Bei der Weltgymnaestrada treffen sich Menschen aus aller Welt. Sie turnen und feiern eine Woche lang gemeinsam und gehen dann wieder ihrer Wege. Doch manchmal springt der Funke über und aus einer Bekanntschaft wird mehr, wie die Geschichte von Vaní Maier aus Mäder beweist.

Vaní Goncalves Azevedo-Maier ist 34 Jahre alt, arbeitet als Physiotherapeutin im Krankenhaus in Dornbirn und kommt aus Brasilien. Für sie ist die Welt-Gymnaestrada weit mehr als nur eine Turnveranstaltung, denn sie hat bei der letzten Gymnaestrada 2007 in Vorarlberg ihre große Liebe gefunden.

Vani Maier bei der Gymnaestrada-Eröffnung 2019. Sie hält ihre Akkreditierung in die Höhe
Vani Maier
Vaní Maier

Beim Interview sitzt sie noch immer mit strahlenden Augen da, wenn sie davon erzählt, wie sie ihren Mann kennengelernt hat. Sie war damals als Turnerin rund um den heute bekannten Choreografen von „Zurcaroh“ nach Vorarlberg zur Weltgymnaestrada gekommen. Ihre Unterkunft hatten sie im kleinen Dorf Mäder. Bereits bei der Ankunft sei ihr der „schöne Mann“ aufgefallen. Bei der Welcome-Party in Mäder – sie kann sich noch sehr gut an das Datum erinnern – 7.7.2007 – haben sie sich dann kennengelernt. Die Verständigung war zwar schwierig, sie konnte weder Deutsch, noch er Portugiesisch, dennoch hätten sie sich sofort verstanden, sagt sie.

Die brasiliansche Turngruppe, die 2007 zusammen mit Vaní Maier nach Vorarlberg kam. Sie haben durchsichtige Regenmäntel an
Vaní Maier
Die brasilianische Gruppe von damals, die mit Vaní Maier 2007 zur Weltgymnaestrada gekommen ist

Nach der Gymnaestrada reiste Vaní zurück nach Brasilien, doch der Mann ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie telefonierten und simsten miteinander. Vier Jahre lang ging dann die Fernbeziehung, er kam für Wochen zu ihr und sie reiste nach Vorarlberg. Doch beiden war das zu wenig. 2011 entschieden sie sich dann nach Vorarlberg zu ziehen. Kurze Zeit später heirateten die beiden.

Helfende Hand im Hintergrund

Dass die Welt-Gymnaestrada zurück nach Vorarlberg kommt, ist für Vaní etwas Besonders. Natürlich sei es heute ganz anders, damals sei sie als Akrobatin mitten drinnen gewesen, heute ist sie mehr die helfende Hand im Hintergrund. Aber für sie ist die Woche dennoch ein Highlight. Sie trifft viele Menschen aus ihrer Heimat, hilft bei den Veranstaltungen in Mäder und ist auch als Nationenbegleiterin bei der Eröffnungsfeier dabei.

Vani Maier trägt die Fahne für Brasilien
Mathis Fotografie
Bei der Eröffnungsfeier trägt Vaní Maier stolz die brasilianische Fahne

Sendehinweis: „Vorarlberg heute“, 11.7.2019

Pünktlichkeit wird groß geschrieben

Vaní lebt jetzt seit acht Jahren in Vorarlberg und spricht ausgezeichnet Deutsch. Sie habe sich schon anpassen müssen, sagt sie. Die Kultur und auch das Temperament der Menschen sei ganz anders. Vor allem das mit der Pünktlichkeit müsse man in Vorarlberg schon lernen. Wenn man sich in Brasilien um 14.00 Uhr verabrede und man komme erst um 15.00 Uhr, dann sei man immer noch pünktlich. So etwas gehe in Vorarlberg nicht, sagt sie. Jetzt könne sie es auch nicht mehr verstehen, wenn jemand unpünktlich sei, lacht sie.

Sehnsucht nach dem Meer

Ihre Heimat – sie kommt von der Küste Nahe São Paulo – vermisst sie nur manchmal. „Ich bin am Strand aufgewachsen, im Sommer. Wenn es hier heiß ist, dann sehne ich mich schon nach dem Meer.“ Aber ansonsten sei sie sehr glücklich mit ihrem Mann in Vorarlberg.