Die Projektpartner mit den ausgezeichneten Unternehmen und Institutionen (v. l.): Simon Öhe (dafür), Stefan Majer (Hans Majer Gebäudereinigung), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Renate Seeberger (Zumtobel), Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg) und Elmar Karlinger (Sozialzentrum Altach)
Hartmut Hofer
Hartmut Hofer
ORF Vorarlberg

Preisverleihung: „Neue Perspektiven“

Der ORF Vorarlberg, das Sozialministeriumservice Vorarlberg und das Unternehmen „dafür Unternehmens- und Personalberatung GmbH“ zeichneten sozial engagierte Unternehmen aus.

Am 24. November 2020 fand im ORF-Landesfunkhaus Vorarlberg in Dornbirn unter Einhaltung aller Covid-19-Auflagen die Auszeichnung von Vorarlberger Unternehmen und Institutionen, die Inklusion umsetzen und vorleben, statt. Aus insgesamt 26 Einreichungen wurden drei Betriebe stellvertretend für alle Nominierten geehrt.

In Österreich leben zahlreiche Menschen mit einer Beeinträchtigung, viele davon mit einer unsichtbaren. Das können körperliche oder psychische Erkrankungen, aber auch kognitive Einschränkungen oder Sinnesbeeinträchtigungen sein. Die Beschäftigung dieser Personen ist je nach Art und Ausprägung der Beeinträchtigung mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Sie eröffnet aber auch neue Perspektiven und bringt Vielfalt ins Unternehmen.

Vorarlberger Unternehmen wurden im Frühjahr 2020 dazu aufgerufen, über ihre Erfahrungen bei der Beschäftigung von Personen mit Beeinträchtigung zu berichten. Ziel der Veranstaltung ist, anderen Arbeitgebenden Wege und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche Inklusion von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder einer Beeinträchtigung am freien Arbeitsmarkt funktionieren kann.

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Die Projektpartner mit den ausgezeichneten Unternehmen und Institutionen (v. l.): Simon Öhe (dafür), Stefan Majer (Hans Majer Gebäudereinigung), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Renate Seeberger (Zumtobel), Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg) und Elmar Karlinger (Sozialzentrum Altach)
Hartmut Hofer
Die Projektpartner mit den ausgezeichneten Unternehmen und Institutionen (v. l.): Simon Öhe (dafür), Stefan Majer (Hans Majer Gebäudereinigung), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Renate Seeberger (Zumtobel), Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg) und Elmar Karlinger (Sozialzentrum Altach).
Simon Öhe, Danny Klien, Roman Büchele, Elmar Karlinger und Markus Klement
Hartmut Hofer
Simon Öhe (dafür), Danny Klien, Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Elmar Karlinger (Sozialzentrum Altach) und Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg)
Simon Öhe, Renate Seeberger, Roman Büchele, Kemal Demirel, Sonja Blank und Markus Klement
Hartmut Hofer
Simon Öhe (dafür), Renate Seeberger (Zumtobel), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Kemal Demirel (Zumtobel), Sonja Blank (Zumtbel) und Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg)
Nadja Burtscher, Simon Öhe, Klarissa Köstl, Roman Büchele, Stefan Majer und Markus Klement
Hartmut Hofer
Nadja Burtscher (Majer Gebäudereinigung), Simon Öhe (dafür), Klarissa Köstl (Majer Gebäudereinigung), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg), Stefan Majer (Majer Gebäudereinigung) und Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg)
Klarissa Köstl und Stefan Majer
Hartmut Hofer
Klarissa Köstl und Stefan Majer mit ihrer Auszeichnung
Simon Öhe, Roman Büchele, Markus Klement
Hartmut Hofer
Simon Öhe (dafür), Roman Büchele (Sozialministeriumservice Vorarlberg) und Markus Klement (Landesdirektor ORF Vorarlberg)

Drei Auszeichnungen vergeben

Ein Mitarbeiter des Lichttechnikkonzerns „Zumtobel Group AG“ in Dornbirn hat eine Autismus-Spektrums-Störung und arbeitet im vierten Jahr in einer verantwortungsvollen Position im Unternehmen. Eine der größten Herausforderungen für ihn war der Umgebungslärm im Büro. Auch der zwischenmenschliche Kontakt in Meetings war nicht immer einfach für ihn. Daraufhin bekam er von seinem Unternehmen Kopfhörer, die den Umgebungslärm reduzieren. Zudem erhielt er ein Handy, um sich bei Telefonaten an einen ruhigen Ort zurückzuziehen und er hat die Möglichkeit, jederzeit ins Homeoffice zu wechseln.

Danny Klien arbeitet seit über 17 Jahren im Sozialzentrum Altach und hat eine mehrfache Beeinträchtigung. Er hilft in der Küche und seine Hauptaufgabe liegt in der Verarbeitung der diversen Gemüsesorten, der Kräuter oder der Salate. Emotionalen Schwankungen von Danny begegnen seine Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, indem sie offen auf ihn zu gehen und ihm die Hand halten – das gibt ihm Sicherheit. Auch wenn er beim Reden etwas lauter wird, lassen ihn alle ausreden und hören ihm zu.

Klarissa Köstl ist seit mehr als drei Jahren bei der Gebäudereinigung „Hans Majer GmbH“ in Wolfurt beschäftigt und hatte davor einen Schlaganfall. Seitdem ist sie nicht mehr so leistungsfähig und belastbar wie früher. Trotzdem bekam sie bei ihrer Einstellung wichtige Arbeitsaufgaben übertragen. Ihre Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen wurden sensibilisiert und bauten Verständnis für ihre geringere Stressresistenz auf. So gelingt ein erfolgreiches Miteinander.

Nachhaltiger Preis mit regionaler Wertschöpfung

Die ausgezeichneten Personen bekommen einen Gastronomiegutschein von „Vorarlberg isst“, den sie gemeinsam mit ihrem „Inklusionsteam“ einlösen können. Erfolgreiche Inklusion gelingt in der Regel nämlich nur, wenn das gesamte Umfeld der betroffenen Person offen für Veränderungen ist und „Ja“ zur Inklusion sagt.

Markus Klement
Maurice Shourot
Markus Klement, Landesdirektor ORF Vorarlberg

Markus Klement, Landesdirektor ORF Vorarlberg: „Inklusion ist ein zentrales Thema in der heutigen Arbeitswelt. Menschen mit Beeinträchtigungen werden leider immer noch benachteiligt und genau das gilt es auszugleichen, denn sie können für jedes Unternehmen eine wertvolle Bereicherung sein, wenn sie als Teil des Teams integriert werden.“

Roman Büchele, Sozialministeriumservice Vorarlberg
Hartmut Hofer
Roman Büchele, Sozialministeriumservice Vorarlberg

Roman Büchele, Sozialministeriumservice Vorarlberg: „Aus unserer Sicht geht es bei der Initiative ‚Neue Perspektiven‘ um drei wesentliche Aspekte: Einerseits um das Ziel, Menschen mit Behinderungen nach Möglichkeit in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Andererseits um die Herausforderungen, die mit der Verwirklichung dieses Ziels in vielen Fällen verbunden sind. Und – last but not least – darum, einer möglichst breiten Öffentlichkeit zu zeigen, dass die eben genannten Herausforderungen in vielen Fällen erfolgreich bewältigt werden. Das gelingt Dank der Kooperation mit dem ORF Vorarlberg vorbildlich.“

Simon Öhe, dafür
Hartmut Hofer
Simon Öhe, Geschäftsführer dafür Unternehmens- und Personalberatung GmbH

Simon Öhe, Geschäftsführer dafür Unternehmens- und Personalberatung GmbH: „Chancengleichheit am Arbeitsmarkt kann nur durch ein Miteinander erreicht werden. Dank gesetzlicher Rahmenbedingungen, finanzieller Förderungen, sozialer Dienstleister und vor allem einem inklusionsfreudigen Arbeitsumfeld, können wir unsere Verantwortung als Gesellschaft gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen wahrnehmen. So kann ihnen berufliche Teilhabe, finanzielle Sicherheit und Selbstbestimmung ermöglicht werden.“