Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita in Bregenz, Abfahrt am Bregenzer Bahnhof. Weniger als zwei Jahre später würde das Paar mit seinen Kindern über Vorarlberg ihr Reich verlassen.
Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Richard Huter
Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Richard Huter
Geschichte

Die Monarchie ging über Feldkirch ins Exil

Vor einigen Wochen sind die Juwelen des letzten österreichischen Kaiserpaares in Kanada aufgetaucht. Zunächst aber finanzierten die Juwelen deren Exil in der Schweiz. Im März 1919 waren sie zuletzt in Feldkirch, um nach Rorschach auszureisen, erinnerte sich Kaiserin Zita. Damit endete die österreichische Monarchie quasi in Vorarlberg.

Die letzten österreichischen Monarchen – Kaiser Karl und seine Frau Zita – verließen mit ihren Kindern im März 1919 über Feldkirch Österreich und reisten ins Schweizer Exil. In Feldkirch hatte Karl noch gegen seine Absetzung protestiert. Die junge Republik Österreich verhängte aber ein Einreiseverbot.

Die erste Station der letzten Kaiserin von Österreich, von Kaiser Karl und den Kindern war Schloss Wartegg in Rorschach am Bodensee. Das Schloss ist heute ein Hotel, gehörte aber 1919 der Familie von Zita, die eine geborene Bourbon Parma war.

Kaiserin Zita im Exil

Zita erinnerte sich an die Abreise von Feldkirch

Jahrzehnte später erinnerte Zita Habsburg sich an den Grenzübertritt von Feldkirch in die Schweiz: „Das Überschreiten der Grenzen nach der Schweiz war ein außerordentlich bewegter Moment. Man verließ doch die liebe Heimat und man wusste nicht, wann man je dorthin zurückkehren würde“, erzählte sie später in einem Fernseh-Interview.

„Kaiser Karl, der bis dorthin die österreichische Uniform trug, solange er in seinem eigenen Land war, wechselte in einem Zivilanzug, weil er in der Schweiz die österreichische Uniform nicht tragen durfte“, das blieb Zita lebenslang in Erinnerung. „Es war für uns und für die Kinder ein Losreißen, das wirklich sehr schwer fiel und das Herz sehr angriff. Trotz der großen Freundlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden, konnten wir uns nicht trösten darüber, dass nun endlich der Abschied von der Heimat wirklich eingetreten war.“

Fotostrecke mit 4 Bildern

Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita am 5. Juni 1917 im Reservespital Schloss Hofen in Lochau. Begrüßung durch Medizinalrat Dr. Josef Lipburger und k.k. Oberleutnant Friedrich Leeb.
Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Richard Huter
Vom letzten Aufenthalt des Kaiserpaares in Vorarlberg gibt es keine Bilder. Weniger als zwei Jahre vor ihrem Exil besuchten Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita am 5. Juni 1917 Bregenz. Hier der Besuch im Reservespital Schloss Hofen in Lochau, Begrüßung durch Medizinalrat Dr. Josef Lipburger und k.k. Oberleutnant Friedrich Leeb.
Vorarlbergbesuch von Kaiser Karl und Kaiserin Zita am 5. Juni 1917. Nach der Begrüßung am Bregenzer Bahnhof ging es um 10 Uhr über die Kaiserstraße und den Leutbühel zum Rathaus.
Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Richard Huter
Vorarlbergbesuch von Kaiser Karl und Kaiserin Zita am 5. Juni 1917. Nach der Begrüßung am Bregenzer Bahnhof ging es um 10 Uhr über die Kaiserstraße und den Leutbühel zum Rathaus.
Kaiser Karl war 1917 in Bregenz auf dem Dampfschiff „Kaiser Franz Joseph I.“. Die Fahrt fand am 5. Juni 1917 statt, bei der der Kaiser und seine Gemahlin, Kaiserin Zita, eine Rundfahrt auf dem Bodensee machten.
Ansichtskartensammlung, Vorarlberger Landesbibliothek
Kaiser Karl war 1917 in Bregenz auf dem Dampfschiff „Kaiser Franz Joseph I.“. Die Fahrt fand am 5. Juni 1917 statt, bei der der Kaiser und seine Gemahlin, Kaiserin Zita, eine Rundfahrt auf dem Bodensee machten.
Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita in Bregenz, Abfahrt am Bregenzer Bahnhof. Weniger als zwei Jahre später würde das Paar mit seinen Kindern über Vorarlberg ihr Reich verlassen.
Vorarlberger Landesbibliothek, Sammlung Richard Huter
Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita in Bregenz, Abfahrt am Bregenzer Bahnhof. Weniger als zwei Jahre später würde das Paar mit seinen Kindern über Vorarlberg ihr Reich verlassen.

Exil in der Schweiz u.a. mit Schmuck finanziert

Weitere Stationen in der Schweiz waren Residenzen am Vierwaldsstättersee und in Prangins der Nähe von Genf. In der Schweiz hat das Paar Schmuckstücke gebrochen und verkauft, um den Lebensunterhalt für die Familie zu finanzieren, denn das Familienvermögen war in Österreich eingefroren.

Von der Schweiz aus reiste das ehemalige Kaiserpaar zweimal nach Ungarn, um zumindest die ungarische Königskrone wieder zu erlangen. Vergeblich. Nach diesen misslungenen Versuchen wurden Zita und Karl nach Madeira gebracht, wo der letzte Kaiser 1922 an einer Lungenentzündung starb.

Ab 1982 kehrte Zita zweimal nach Österreich zurück

1962 kam Zita wieder in die Schweiz zurück und ließ sich in Zizers im Kanton Graubünden nieder. Sie hatte während des Zweiten Weltkriegs in Kanada gelebt, wo zuletzt auch ein Teil des Schmucks wieder aufgetaucht ist. Mehr dazu in Habsburgerschatz: Geheimnis nach 100 Jahren gelüftet (news.ORF.at, 6. November 2025).

1982 wurde das Einreiseverbot aufgehoben und Zita konnte nach 63 Jahren im Exil u.a. das Grab ihrer Tochter Adelheid in Tulfes (Tirol) besuchen. In ihrem Alterswohnsitz nördlich von Chur ist die letzte Kaiserin Österreichs dann am 14. März 1989 im Alter von 96 Jahren gestorben.