Die letzten österreichischen Monarchen – Kaiser Karl und seine Frau Zita – verließen mit ihren Kindern im März 1919 über Feldkirch Österreich und reisten ins Schweizer Exil. In Feldkirch hatte Karl noch gegen seine Absetzung protestiert. Die junge Republik Österreich verhängte aber ein Einreiseverbot.
Die erste Station der letzten Kaiserin von Österreich, von Kaiser Karl und den Kindern war Schloss Wartegg in Rorschach am Bodensee. Das Schloss ist heute ein Hotel, gehörte aber 1919 der Familie von Zita, die eine geborene Bourbon Parma war.
Kaiserin Zita im Exil
Zita erinnerte sich an die Abreise von Feldkirch
Jahrzehnte später erinnerte Zita Habsburg sich an den Grenzübertritt von Feldkirch in die Schweiz: „Das Überschreiten der Grenzen nach der Schweiz war ein außerordentlich bewegter Moment. Man verließ doch die liebe Heimat und man wusste nicht, wann man je dorthin zurückkehren würde“, erzählte sie später in einem Fernseh-Interview.
„Kaiser Karl, der bis dorthin die österreichische Uniform trug, solange er in seinem eigenen Land war, wechselte in einem Zivilanzug, weil er in der Schweiz die österreichische Uniform nicht tragen durfte“, das blieb Zita lebenslang in Erinnerung. „Es war für uns und für die Kinder ein Losreißen, das wirklich sehr schwer fiel und das Herz sehr angriff. Trotz der großen Freundlichkeit, mit der wir aufgenommen wurden, konnten wir uns nicht trösten darüber, dass nun endlich der Abschied von der Heimat wirklich eingetreten war.“
Exil in der Schweiz u.a. mit Schmuck finanziert
Weitere Stationen in der Schweiz waren Residenzen am Vierwaldsstättersee und in Prangins der Nähe von Genf. In der Schweiz hat das Paar Schmuckstücke gebrochen und verkauft, um den Lebensunterhalt für die Familie zu finanzieren, denn das Familienvermögen war in Österreich eingefroren.
Von der Schweiz aus reiste das ehemalige Kaiserpaar zweimal nach Ungarn, um zumindest die ungarische Königskrone wieder zu erlangen. Vergeblich. Nach diesen misslungenen Versuchen wurden Zita und Karl nach Madeira gebracht, wo der letzte Kaiser 1922 an einer Lungenentzündung starb.
Ab 1982 kehrte Zita zweimal nach Österreich zurück
1962 kam Zita wieder in die Schweiz zurück und ließ sich in Zizers im Kanton Graubünden nieder. Sie hatte während des Zweiten Weltkriegs in Kanada gelebt, wo zuletzt auch ein Teil des Schmucks wieder aufgetaucht ist. Mehr dazu in Habsburgerschatz: Geheimnis nach 100 Jahren gelüftet (news.ORF.at, 6. November 2025).
1982 wurde das Einreiseverbot aufgehoben und Zita konnte nach 63 Jahren im Exil u.a. das Grab ihrer Tochter Adelheid in Tulfes (Tirol) besuchen. In ihrem Alterswohnsitz nördlich von Chur ist die letzte Kaiserin Österreichs dann am 14. März 1989 im Alter von 96 Jahren gestorben.