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Chronik

Bildungseinrichtungen bekommen Teuerung zu spüren

Vorarlbergs Bildungseinrichtungen haben kürzlich ihr Frühlings- und Sommerprogramm vorgestellt. Ob es die Volkshochschulen sind oder das Bildungshaus Arbogast, die Verantwortlichen sagen unisono: Die Krise nach der Pandemie ist zwar überwunden. Aber die Teuerung bekommen auch sie deutlich zu spüren.

100 Seminare, Workshops oder Vorträge haben die Verantwortlichen in St. Arbogast für das kommende Programm-Semester aufgestellt. Nach der Pandemie und einer Generalsanierung hat das Haus erst seit kurzem wieder geöffnet.

Mit der Auslastung ist Geschäftsführer Daniel Mutschlechner zufrieden, aber natürlich sei das Geld ein Thema. Darum sei man froh, dass man auch ganz unkomplizierte Ermäßigungen anbieten könne: „Ohne dass man sich rechtfertigen muss, kann man mit Unterstützung unserer Freundinnen des Hauses recht günstig Programmpunkte besuchen. Wir haben Formate, wo es um längere Auszeiten geht, die genauso gut ankommen wie Themenabende, wo es um Kulinarik oder auch um Politisches geht. Beides ist gut nachgefragt.“ Vor allem Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung sind derzeit in Arbogast stark gefragte Themen.

26.000 Kursteilnehmende an Volkshochschulen im Land

In der Volkshochschule in Götzis besonders nachgefragt seien Kochkurse, sagt Stefan Fischnaller, der Obmann der Volkshochschulen Vorarlberg: „Da gibt es einen großen Trend nach oben. Aus Sicht des Anbieters ist eine Abendveranstaltung aber gleich viel Aufwand von der Organisation her wie ein Sprachkurs oder wie ein Kurs der Berufsreifeprüfung.“

26.000 Kursteilnehmende haben vergangenes Jahr die Kurse der fünf Volkshochschulen im Land besucht. Die Arbeit wird nicht weniger, das Geld jedoch schon, so auch der Obmann der Volkshochschulen. Der darin ein Problem sieht: „Was ich heute nicht in Bildung investiere, befürchte ich, dass ich morgen in Sozialhilfe, in Sozialarbeit und möglicherweise auch in Reparaturmaßnahmen investieren muss. Deshalb wäre unser Appell in der Erwachsenenbildung, dass sich die öffentliche Hand nicht noch mehr aus Bildungseinrichtungen zurückzieht.“ Dieser Rückzug sei derzeit vor allem auf Gemeindeebene spürbar, so Fischnaller.