Funkentanne in Schruns zerstört
Funkenzunft Schruns
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Chronik

Funkentanne nach Diskussion um Hexe zersägt

In der Nacht auf Sonntag haben unbekannte Täter die Funkentanne für den Funken im Feld in Schruns mit einer Motorsäge durchgesägt. Die Tanne sei „Opfer der Hexendiskussion“ geworden, schreiben die Funkenbauer. Sie haben sich nämlich entschieden, auf dem Funken erstmals keine Funkenhexe zu verbrennen.

„Angesichts der zunehmenden Vermenschlichung der Funkenhexe in den letzten Jahren haben wir uns mehrheitlich im Verein dazu entschlossen, zukünftig auf sie zu verzichten“, heißt es vonseiten der Funkenzunft. Mit dieser Entscheidung sei man aber nicht bei allen Mitgliedern auf Verständnis gestoßen – acht Mitglieder seien daraufhin ausgetreten.

Aufbau von großem Funken nicht mehr möglich

Aufgrund der durchgesägten Funkentanne sei es nun nicht mehr möglich, den großen Funken im Feld aufzubauen. Man werde jetzt aus einem der zwei Teile einen kleineren Funken bauen. „Der Schrunser Funken war schon immer ein Gemeinschaftswerk der Funkner und der Schrunser Kinder und soll es auch bleiben“, so die Funkenzunft.

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Funkentanne in Schruns zerstört
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Die Funkentann für den Funken im Feld in Schruns wurde von unbekannten Tätern in zwei Teile zersägt
Funkentanne in Schruns zerstört
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Laut Funkenzunft sei die Tanne der Hexendiskussion zum Opfer gefallen
Funkentanne in Schruns zerstört
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In diesem Jahr sollte nach mehrheitlicher Entscheidung erstmals keine Funkenhexe verbrannt werden
Funkentanne in Schruns zerstört
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Die Funkenzunft könne den großen Funken in diesem Jahr nicht wie gewohnt aufbauen

Trotz der Diskussionen um die Funkenhexe sei man bei der Funkenzunft fest davon überzeugt, dass keine ehemaligen Funkenkameraden oder Mitglieder aus anderen Funkenzünften für die Tat verantwortlich seien.

Funkenhexe ursprünglich nicht Teil des Brauchtums

Die Funkenzunft habe sich im Vorfeld der Entscheidung mit Historikern getroffen. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Funkenhexe ursprünglich nicht Teil des Brauchtums Funken gewesen sei. Somit könne man ohne Verletzung des Brauchtums auf sie verzichten, begründen die Funkenbauer den Entschluss.

Der Brauch des Funkenabbrennens, um den Winter auszutreiben, wäre vor 100 Jahren beinahe ausgestorben, erzählt Historiker Michael Kasper. Um das Brauchtum zu retten, habe man die Funkenhexe eingeführt, die seither auf den Funken thront. Der Knall der Funkenhexe, wenn die Flammen sie erreichen, symbolisiere dabei das Ende des Winters. Damit habe man den Menschen ein Spektakel bieten wollen, erklärt der Historiker.

Funkenhexe als Klimakleberin verkleidet

Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Vandanser Funkenhexe für Aufregung in den sozialen Medien: Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ wiesen darauf hin, dass sie als „Klimakleberin“ verkleidet sei. Marina Hagen-Canaval, Vorarlberger Aktivistin der „Letzten Generation“, sprach von einer Hexenjagd auf friedlich Protestierende – mehr dazu unter Funkenhexe als Klimakleberin: Aufregung in Vandans.