Polizeinotrufzentrale Polizeidirektion Vorarlberg
Landespolizeidirektion Vorarlberg
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Chronik

Notruf 112: In 20 Sekunden ist eine Streife unterwegs

Damit 185.000 Notrufe im Jahr verlässlich und schnell beantwortet werden, braucht es ein ausgeklügeltes System – wie das des Euro-Notrufs in Vorarlberg. Wer 112 wählt, landet, egal aus welchem Netz, in der Landesleitzentrale der Landespolizeidirektion in Bregenz. Von dort aus wird dann Hilfe organisiert – bundesweit sogar am schnellsten.

Die Euro-Notrufe für Vorarlberg laufen in der Landesleitzentrale der Landespolizeidirektion in Bregenz auf, wenn die 112 gewählt wird. Rund 40 Beamtinnen und Beamte sind hier rund um die Uhr im Einsatz. Was sie zu hören bekommen, ist nicht immer einfach zu verarbeiten, berichtet Christoph Feurle, der Leiter der Landesleitzentrale der Landespolizeidirektion (LPD) Vorarlberg.

Notruf 112 ist universell erreichbar

Das Besondere am Euro-Notruf 112 ist seine quasi universelle Erreichbarkeit, sagt Feurle: „Der Notruf 112 ist mit jedem Handy zu erreichen – ob Guthaben oder kein Guthaben, Betreibernetz oder Fremdnetz, mit oder ohne PIN kann der Notruf insoweit verwendet werden, als immer das stärkste zur Verfügung stehende Netz verwendet wird. Das heißt zum Beispiel auch bei einem Notfall im alpinen Gelände.“

Fotostrecke mit 3 Bildern

Euro Notrufzentrale in Bregenz am 10.02.2024. Links im Bild der Leiter der Landeswarnzentrale, Christoph Feuerle
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Die Landesleitzentrale der LPD in Bregenz – lLinks im Bild der Leiter der Landesleitzentrale, Christoph Feurle
Euro Notruf App
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Der Notruf 112 funktioniert mit und ohne Guthaben und wählt stets das stärkste Netz aus – eine spezielle Smartphone-App (siehe Link unten) ermöglicht sogar stille Notrufe oder Chats
Die Euro Notrufzentrale in Bregenz am 10.02.2024
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Von den rund 180.000 Notrufen im Jahr führen etwa ein Drittel zu Einsätzen – das sind im Schnitt immer noch 165 Einsätze pro Tag. Einiges, was die Disponentinnen und Disponenten zu hören bekommen, ist nicht immer einfach zu verarbeiten.

Notruf-App fürs Smartphone

Dafür hat der Experte auch gleich einen praktischen Tipp: „Am besten das Handy ausschalten und wieder einschalten, keine PIN eingeben und dann die 112 anrufen.“ Es gibt zudem eine eigene App für Notrufe, die man sich aufs Handy laden kann, damit im jeweiligen Notfall stets die richtige Nummer gewählt wird.

Notruf-App DEC112

Mit der barrierefreien App DEC112 kann man im Notfall mit einer Notrufzentrale chatten, um professionelle Hilfe zu erhalten. Auch stille Notrufe sind möglich. Außerdem werden automatisch der aktuelle Standort und Gesundheitsdaten (optional) an die Notrufzentrale gesendet.

Ein Drittel der Anrufe führt zu Einsätzen

Die Zahl der Anrufe ist enorm, viele davon sind jedoch Leermeldungen, sagt Feurle: „Wir bekommen von unseren circa 180.000 Notrufen im Jahr zwei Drittel Anrufe, die zu keinem Einsatz der Polizei führen. Ob eine Uhrzeitabfrage oder dass einfach nur angerufen wird, weil ein Kind spielt, das ein Handy in die Hand gedrückt bekommen hat – all das ist leider immer wieder der Fall.“ Aus diesen 180.000 Anrufen entstehen aber circa 60.000 Einsätze der Polizei, was ungefähr einem Drittel entspricht, sagt Feurle. Das bedeutet aber immer noch 165 Notfallrufeinsätze pro Tag, allein in Vorarlberg.

Tag des Euro-Notrufs

Bundesweit kürzeste Reaktionszeit in Vorarlberg

Die Reaktionszeiten der Beamten können sich sehen lassen, sagt der Leiter der Landesleitzentrale: „Wir haben eine Interventionszeit von drei bis vier Minuten nach Anruf, in denen die Streife unterwegs sein muss, bzw. in Vorarlberg ist es so, dass wir österreichweit führend sind. Innerhalb von um die 20 Sekunden, nachdem die Disponenten den Notruf erhalten haben, ist die Streife auf dem Weg.“

Tag des Euro-Notrufs ist der 11. Februar

112 ist die einheitliche europäische Notrufnummer, die kostenfrei überall in der EU genutzt werden kann. Um die Euro-Notruf-Nummer noch bekannter zu machen, wurde der 11. Februar als Tag des Euro-Notrufs ins Leben gerufen. Er soll auch an die Wichtigkeit des Notrufs und die unverzichtbare Tätigkeit der Einsatzkräfte erinnern.