Neues Magazin Vorarlberger Wirtschaft
ORF Vorarlberg
ORF Vorarlberg
Politik

Wirtschaftsbund-Magazin wird werbefrei präsentiert

Das neue Magazin des Vorarlberger Wirtschaftsbundes ist am Montag präsentiert worden. Die Zeitung war aufgrund der Inseratenaffäre in Verruf geraten. Die Neuauflage soll ohne Werbeinserate auskommen.

Die Macher des neuen Magazins betonen, dass es sich deutlich von der ehemaligen Wirtschaftszeitung unterscheidet. Es wird als transparentes und komplett werbefreies Blatt beschrieben, das viermal im Jahr an seine 22.000 Abonnenten geliefert wird. Die Finanzierung erfolge durch Mitgliedsbeiträge und Rücklagen, während das Inseratenvolumen bewusst auf null gefahren wurde, sagt Marco Tittler, Obmann des Wirtschaftsbundes Vorarlberg.

Neues Wirtschaftsbund-Magazin

Am Montag ist das neue Magazin des Vorarlberger Wirtschaftsbundes präsentiert worden. Im neuen Blatt sind keine Inserate mehr zu finden, stattdessen sollen darin einzig und allein Themen behandelt werden, die den Wirtschaftsstandort stärken.

Es werde keine Wirtschaftszeitung mit Inseraten mehr geben, lautete auch die Aussage von Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) nach der Wirtschaftsbund-Affäre. Dieser Vorgabe wurde gefolgt, trotz Hinterfragungen der Notwendigkeit einer Neuauflage durch andere Parteien. „Der Landeshauptmann hat immer gesagt, diese Zeitung soll es in dieser Form nicht mehr geben. Aber man wird einer politischen Organisation ja nicht vorwerfen können, dass sie ein Magazin ohne Inserate für die Mitglieder herausbringt“, so Tittler.

Das neue Magazin soll Themen aufgreifen, die Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen, und ihnen einen direkten Mehrwert bieten, sagt Christoph Thoma, Direktor des Wirtschaftsbundes. „Wir wollen den Fokus ganz bewusst auf das Wesentliche, also auf die inhaltliche Arbeit legen und Parteipolitik in Feldkirch keine Rolle spielen lassen“, so Tittler weiter. Politische Streitereien sollen hintanstehen, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, sagt Roland Saur, Obmann des Wirtschaftsverbands Vorarlberg.

Vision der Wahlgemeinschaft

Neben dem neuen Magazin wurde auch die Wahlgemeinschaft für die Wirtschaftskammerwahl 2025 vorgestellt. Ihre Vision ist es, Unternehmen zu entlasten, keine neuen Steuern einzuführen und Raum für technologieoffene Diskussionen zu schaffen.

Die Wirtschaftsbund-Affäre

Die Gewinne der in der Vergangenheit produzierten Wirtschaftsbund-Zeitung „Vorarlberger Wirtschaft“ hatten im Frühjahr 2022 eine Steuerprüfung nach sich gezogen und bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die von den Medien „Wirtschaftsbund-Affäre“ genannte Causa führte in weiterer Folge zu den Rücktritten von Wirtschaftsbund-Obmann Hans Peter Metzler und Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler.

Gegen Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (beide ÖVP) ermittelte die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), die Ermittlungen wurden mittlerweile eingestellt. Als Resultat der Steuerprüfung musste der Wirtschaftsbund mehrere 100.000 Euro nachzahlen.