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Politik

Weltbodentag: Bündnis kritisiert Land als untätig

Die Vorarlberger Landesregierung habe zum Bodenschutz vor Jahren einen breiten Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt und Gesellschaft angekündigt. Was eine gemeinsame Strategie und einen konkreten Umsetzungsplan angehe, sei die Landesregierung aber nach wie vor säumig, kritisiert die „Allianz für Bodenschutz“ zum Weltbodentag am 5. Dezember.

Zwar seien im Regierungsprogramm ein schonender Umgang mit Ressourcen und eine gesunde Umwelt als Ziele festgelegt, dennoch bestehe zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen weiter „eine deutliche Schieflage“. „Vier Jahre lang werden wir im Hinblick auf den angekündigten Strategiedialog Wirtschaft-Umwelt schon vertröstet“, dabei wäre dieser nötiger denn je, so das Bündnis.

Landesgrünzone im Fokus

Im Fokus steht dabei vor allem die Landesgrünzone, aus der immer wieder Flächen ohne Kompensation entnommen worden seien. Hier brauche es die Möglichkeit einer „Rückverordnung“ von Flächen. Über die Widmung als „Freifläche Sondergebiet“ komme es außerdem zu Fehlnutzungen, die die Landesgrünzone qualitativ schwächten, daher sei eine Evaluierung aller solcher Widmungen nötig. Obwohl viele als Bauland gewidmete Flächen ungenützt seien, weigere sich die Politik, über eine „Nachdenkpause“ samt Umwidmungsstopp für die nächsten fünf Jahre zu diskutieren.

Der Weltbodentag

soll ein jährliches Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden setzen und für den Bodenschutz werben. Böden sind die wesentliche Grundlage für Biodiversität und die Produktion von Nahrungsmitteln, sie leisten Wesentliches zur Sicherung der Ernährung der Menschheit sowie zur Versorgung mit sauberem Wasser und Energie. Im Dezember 2013 bestimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 5. Dezember 2014 als ersten Weltbodentag der UN.

Flächenverbrauch sei zu hoch

In den vergangenen drei Jahren seien im Schnitt täglich 11,3 Hektar neu in Anspruch genommen worden, so die Allianz unter Berufung auf das Umweltbundesamt. Im Regierungsprogramm seien jedoch 2,5 Hektar als Zielwert festgelegt worden. Auch wenn Neuwidmungen in Vorarlberg im genannten Zeitraum leicht sanken, sei der Flächenverbrauch seit Jahren viel zu hoch.

Allianz für Bodenschutz

In der „Allianz für Bodenschutz“ sind insgesamt 18 Organisationen vertreten, darunter die Landwirtschaftskammer, der Vorarlberger Naturschutzbund, die Österreichische Hagelversicherung, der Vorarlberger Alpenschutzverein, der Vorarlberger Alpenverein, Bio Austria Vorarlberg sowie mehrere Bürgerinitiativen. Nutzbare Flächen sind in Vorarlberg, vor allem im Rheintal mit seinem Bevölkerungszuwachs, knapp geworden. Um die Nutzung kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Wirtschaft, Landwirtschaft sowie Natur- und Umweltschutz.