Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
ORF Vorarlberg
Klima & Umwelt

Lkw-Motor der Zukunft: Aufwärtsfahren ohne Treibstoff

An der Fachhochschule Vorarlberg tüfteln zwei Masterstudenten derzeit an einem Lkw-Motor, der beim Abwärtsfahren so viel Energie in eine Batterie lädt, dass das Fahrzeug gänzlich ohne zusätzlichen Treibstoff aufwärts fahren kann. Ihr Prototyp kann derzeit rund 60 Prozent Energie einsparen, Ziel ist aber, bergwärts ohne Diesel oder anderen Treibstoff auszukommen.

„Da ich selber im Holztransport tätig bin, bin ich an vorderster Front und kriege mit, wie viel Energie zum Teil verschwendet wird durch die Bergabwärtsfahrt. Diese Energie wird in Form von Wärme und Reibung an die Umgebung abgegeben und wird so nicht genutzt“, sagt Florian Hilbe, Student an der Fachhochschule Vorarlberg.

In ihrem Projekt hätten sich sein Studienkollege Jakob Woltjer und er darum vorgenommen, ein Go-Kart zu bauen, „quasi einen ‚Mini-Holztransporter‘, an dem wir simulieren, wie viel Energie wir eigentlich durch Rekuperation wieder zurückgewinnen können“, beschreibt Hilbe.

Prototyp wird im Gelände getestet

Mithilfe ihres Prototyps wollen die beiden Studenten im Kleinen zeigen, was im Großen – bei Holztransporten mit Lkws – wirken soll. „Wir betreiben eigentlich unseren Motor wie einen Generator, wie eine kleine Windmühle oder ein kleines Wasserkraftwerk, wo wir aus der Bewegungsenergie elektrische Energie erzeugen und diese dann in die Batterie einspeisen“, beschreibt Hilbe.

Fotostrecke mit 5 Bildern

Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
Die beiden Masterstudenten Florian Hilbe und Jakob Woltjer arbeiten an ihrem Prototyp
Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
Ziel ist, dass ein Holz-Lkw ohne zusätzlichen Treibstoff aufwärts fahren kann
Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
Die beiden Studenten der FH Vorarlberg beschränken sich nicht nur auf die Laborsituation
Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
Der Prototyp wird im Gelände getestet – dort, wo die Holztransporte tatsächlich stattfinden
Klimaneutraler LKW
ORF Vorarlberg
Die Studenten arbeiten seit acht Monaten an ihrem Projekt

„Dadurch können wir diese Energie zwischenspeichern und für die Bergaufwärtsfahrt wieder nutzen und so einen Teil der Energie für die Bergfahrt nehmen“, erklärt er. Die beiden Studenten beschränken sich in ihrer Forschung nicht nur auf die Labor-Situation, sondern testen ihren Prototyp auch im Gelände: Dort, wo die Holztransporte per Lkw tatsächlich stattfinden.

Ladevorgang der Batterie als Knackpunkt

Der große Knackpunkt ihres Projekts sei und bleibe der Ladevorgang der Batterie, beschreibt Batterien-Forscher Jakob Woltjer aus den Niederlanden. „Die Batterie besteht grundsätzlich aus einer Anode und einer Kathode und beim Entladen geht die Energie von der Kathode zur Anode. Das geht ziemlich einfach“, sagt er.

Lkw-Motor der Zukunft

Zwei Studenten der Fachhochschule Vorarlberg forschen derzeit am Lkw-Motor der Zukunft. Beim Abwärtsfahren soll sich dieser Motor so stark selbst aufladen, dass er dann aufwärts keinen zusätzlichen Treibstoff benötigt.

In die andere Richtung müsse man viel mehr „Power hineindrücken“. Man habe eine viel niedrigere Leistung und es könne passieren, dass sich die Batterie aufwärme oder man dabei langsam andere Fehler produziere, betont er. Derzeit könne man bereits rund 60 Prozent Energie einsparen, doch es gäbe noch viel Verbesserungspotenzial. Woltjer betont aber: „Wir sind schon richtig gut dran“.

„Paradeprojekt“ für die FH Vorarlberg

Für die Fachhochschule Vorarlberg und Dozentin Babette Hebenstreit ist das Projekt der beiden Studenten so etwas wie ein „Paradeprojekt“. „Wir wollen als FH ja sehr praxisnah sein“, betont Hebenstreit, Studiengangsleiterin an der FH. Das sei Hilbes und Woltjers Projekt in jedem Fall, beschreibt sie. Hilbe habe ein Problem eingebracht, mit dem er jeden Tag bei seiner Arbeit konfrontiert sei. Und dann sei Woltjer dazugekommen, der sich mit Batterien auskenne und damit eine Lösung für das Problem einbringe.