Fass mit der Aufschrigt „Radioaktiv“
APA/dpa-Zentralbild/Jens Wolf
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Politik

Atomendlager: Land fordert Sicherheit

Vorarlberg hat die Grundsatzentscheidung der Schweiz für ein Endlager für Atommüll in den Kantonen Zürich und Aargau kritisch kommentiert. Da das Endlager nur 100 Kilometer von der Vorarlberger Grenze entfernt gebaut werden soll, „müssen auch im Interesse Vorarlbergs höchstmögliche Sicherheitsstandards umgesetzt werden“, so Landesrat Christian Gantner.

In der Schweiz ist ein Grundsatzentscheid für ein Endlager für Atommüll gefallen. Das Tiefenlager soll im Gebiet Nördlich Lägern in den Kantonen Zürich und Aargau rund 100 Kilometer von der Vorarlberger Grenze entfernt gebaut werden.

Das Vorhaben der Schweiz, auf eigenem Staatsgebiet ein Endlager für die radioaktiven Abfälle aus ihren Kernkraftwerken anzulegen, sei zu respektieren, dabei müssen aber aufgrund der geografischen Nähe auch im Interesse Vorarlbergs höchstmögliche Sicherheitsstandards umgesetzt werden, so Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP). Diese Forderung hat Gantner bereits vor der Standortentscheidung am vergangenen Donnerstag in einem Schreiben an das Schweizer Bundesamt für Energie bekräftigt.

Maßnahmen für Langzeitsicherheit für Vorarlberger wichtig

Gantner unterstreicht darin einmal mehr, dass Vorarlberg die Nutzung der Kernkraft für Energiezwecke konsequent ablehnt und auf den Ausbau erneuerbarer Energieträger, insbesondere der Wasserkraft, setzt. Er verweist darauf, dass die sichere Entsorgung der hochaktiven radioaktiven Abfälle über Hunderttausende von Jahren und dadurch die Gewährleistung eines sicheren Lebensraumes in deren Umgebung eine für die Menschheit neue, mit vielen Gefahren und Unwägbarkeiten verbundene Herausforderung darstellt.

Da der geplante Standort in der Schweiz lediglich ca. 100 Kilometer Luftlinie von der Vorarlberger Grenze entfernt ist, „sind auch für den Schutz von Leben und Gesundheit der Vorarlberger Bevölkerung entsprechende Maßnahmen für die Langzeitsicherheit des Tiefenlagers von essenzieller Bedeutung“, betont Gantner.

Genehmigung könnte 2030 erfolgen, Betrieb 2050

Die für die Auswahl des Endlagerstandorts zuständige Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) hatte ihre Empfehlung bereits am Samstagabend bekanntgegeben. Der Nagra zufolge bietet Nördlich Lägern die beste geologische Barrierewirkung. Die Nagra hatte seit 2008 geeignete Standorte für ein Tiefenlager untersucht und seit 2018 drei Standorte in die engere Auswahl genommen. Bis Ende 2024 sollen nun die erforderlichen Bauunterlagen erarbeitet und eingereicht werden. Mit einer Genehmigung wird um das Jahr 2030 gerechnet. In Betrieb gehen könnte das Endlager dann ab 2050.

Die Schweizer Regierung und das Parlament müssen dem Vorhaben zustimmen. Und gegen einen Beschluss kann dann auch noch das Referendum ergriffen werden, sodass letztendlich die Schweizer Wählerinnen und Wähler das letzte Wort haben könnten.