Herbert Sparr im Juni 2022
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Politik

Höchster Bürgermeister Herbert Sparr hört auf

Herbert Sparr hat seinen Rückzug als Bürgermeister von Höchst offiziell bekannt gegeben. Nach neun Jahren als Ortschef kündigt Sparr an, mit 30. September auf sein Amt zu verzichten. Damit kommt es im Herbst zu einer Bürgermeister-Direktwahl in Höchst.

„Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, nach § 63 des Vorarlberger Gemeindegesetzes mit 30. September 2022 den Verzicht auf das Amt des Bürgermeisters und alle politischen Funktionen zu erklären. Ich tue dies in enger Absprache mit der Fraktion der VP Höchst und Parteifreien“, teilte Sparr am Dienstagabend schriftlich mit, kurz bevor sein Amtsverzicht auch in der Sitzung der Gemeindevertretung bekanntgegeben wurde.

Sparr beklagt Gesprächs- und Kritikkultur

„Leider hat sich in den letzten Monaten in den politischen Gremien eine Gesprächs- und Kritikkultur etabliert, die das Gemeinsame mehr und mehr vergessen lässt“, begründet Sparr diesen Schritt: „Seitens der Minderheitsfraktionen stehen Anschuldigungen statt Dialog auf der Tagesordnung. Dies ausgerechnet in einem Bereich, in dem unsere Gemeinde in Vorarlberg immer wieder als Vorzeigegemeinde wahrgenommen wird; dem Bildungsbereich.“

Direktwahl im Herbst

Mit seinem Verzicht verbunden sei die Ausschreibung eines Wahltermins für die Direktwahl der Bürgermeisterin oder des Bürgermeisters im Herbst dieses Jahres, so Sparr: „Wir wollen der Bevölkerung die Möglichkeit geben, über die künftige Besetzung des Bürgermeisteramtes direkt und persönlich zu entscheiden und diese Entscheidung nicht der Gemeindevertretung zu überantworten.“

Nachfolgerin Schuster-Burda vorgeschlagen

Ihm sei wichtig, dass auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt die erfolgreiche Arbeit in der Gemeinde fortgeführt werde. Die Fraktion der VP Höchst und Parteifreien habe in einer Sitzung am Montag seine Wunschkandidatin Heidi Schuster-Burda den Parteigremien einstimmig als Nachfolgerin für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen.

„Ich habe Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda die letzte Zeit immer wieder als meine Nachfolgerin bezeichnet“, schreibt Sparr: „Sie ist seit 22 Jahren in der Gemeinde politisch tätig und beweist mit ihrem großen Engagement, wie wichtig ihr die positive Entwicklung unserer Gemeinde ist. Diese unfaire Behandlung in aller Öffentlichkeit hat zum Ziel, sie gar zum Rücktritt zu bewegen. Was wir jetzt benötigen, ist die Rückkehr zu Sachfragen und zu einem Miteinander.“

Rückkehr zu Sachfragen über Direktwahl

Das sei offenbar nur möglich, in dem die Höchsterinnen und Höchster aufgerufen werden, möglichst zeitnah, direkt und persönlich über seine Nachfolge zu entscheiden, meint Sparr: „Ich möchte nicht, dass Polemik statt Fakten, Streit statt Arbeit die Gemeindepolitik bestimmen.“ Gerade in einer Zeit, in der große Herausforderungen anstehen – von der Klimakrise, über die Energieproblematik bis zur noch nicht ausgestandenen Covid-Krise – sei parteipolitischer Streit nicht angebracht.

„Und so hat alles seine Zeit“, so Sparr: Mit seinem Rückzug in den Ruhestand könne er nun auch kostbare Zeit für die Betreuung von nächsten Angehörigen einbringen und so etwas an Unterstützung zurückgeben – verbunden mit dem Dank an alle politischen Verantwortlichen, alle Gemeindebediensteten und seine Familie.