Arzt im Rumpf mit Stetoskop
APA/Helmut Fohringer
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Gesundheit

Es fehlt an Kassenärzten in Vorarlberg

In Vorarlberg fehlen Allgemeinmediziner. Laut SPÖ Vorarlberg gab es für die sieben Kassenarztstellen, die im Frühjahr ausgeschrieben wurden, keine einzige Bewerbung. NEOS sieht vor allem einen akuten Ärztemangel bei den Allgemeinmedizinern in Dornbirn.

335 Kassenstellen für Ärzte gibt es in Vorarlberg. 160 davon sind Allgemeinmediziner. Von diesen Hausärzten gehen in den kommenden zehn Jahren 60 in Pension. In Dornbirn fehle es besonders an Allgemeinmedizinern, kritisiert NEOS. Es sei bekannt, dass einige Hausärzte bereits jetzt schon keine neuen Patienten mehr in ihrer Praxis aufnehmen. Die Spitalsambulanz im Stadtspital steuere deshalb direkt auf eine Überlastung zu, sagt Lorenz Hinterauer (NEOS).

Was im Bereich der Kinderärzte schon möglich sei, sollte man auch im Bereich der Allgemeinmedizin ins Auge fassen: „Moderne Modelle für Hausärzte – wie die Primärversorgungszentren – die auch die Ausbildung zukünftiger Allgemeinmediziner beinhalten müssen dringend umgesetzt werden. Die Dornbirner Bürgermeisterin muss hier aktiv werden, damit ein solches Zentrum auch in Dornbirn entstehen kann“, fordert Hinterauer.

Es fehlt an Kassenärzten in Vorarlberg

In Vorarlberg fehlen Allgemeinmediziner. Laut SPÖ Vorarlberg gab es für die sieben Kassenarztstellen, die im Frühjahr ausgeschrieben wurden, keine einzige Bewerbung. NEOS sieht vor allem einen akuten Ärztemangel bei den Allgemeinmedizinern in Dornbirn.

SPÖ sieht ebenfalls Mangel bei Allgemeinmedizinern

Auch die SPÖ Vorarlberg hat sich am Montagvormittag dem Thema Allgemeinmediziner angenommen. Es gebe keine Ärztemangel, sondern einen Kassenärztemangel, sagte Andreas Huss, ArbeitnehmerInnen-Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) bei einer Pressekonferenz der SPÖ.

In den 90er-Jahren habe es in Österreich 20.000 Ärzte gegeben, damals habe man von einer Ärzteschwemme gesprochen. Jetzt gebe es 47.000 Ärzte – da könne wohl kaum ein Ärztemangel ausgebrochen sein, sagt Huss. Das Problem sei, dass zu wenige dieser Ärzte als Kassenärzte arbeiten, wie SPÖ-Gesundheitssprecherin Manuela Auer betont. Für Patienten sei das teuer.

„Kassenärzte verdienen mehr als Wahlärzte“

Dass Wahlärztinnen und Wahlärzte mehr verdienen als Kassenärzte, stimme nicht, sagt Huss. Finanziell habe auch der Rechnungshof festgestellt, dass Kassenärzte wesentlich mehr verdienen als Wahlärzte, sie müssten aber auch mehr dafür arbeiten.

Die SPÖ fordert deshalb andere Arbeitszeitmodelle: Da Ärzte und Ärztinnen nicht mehr so lange Arbeitszeiten wollen, wie das früher einmal üblich war, sie wollen Familie und Beruf gut vereinbaren können, sagt Auer.

Es brauche mehr Kassenarztstellen in der Allgemeinmedizin, sagt Huss, und auch mehr Gemeinschaftspraxen. Außerdem gelte es, die Kassenärzte von der Bürokratie zu entlasten. Und man müsste auch dafür sorgen, dass Wahlärzte mehr für die medizinische Versorgung tun, etwa indem man ihnen fixe Mindestöffnungszeiten vorschreibt.