Bühnenbild der Bregenzer Festspiele im Bau
Bregenzer Festspiele
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Kultur

Richtfest für „Madame Butterfly“

Die Bregenzer Festspiele haben am Mittwoch das Richtfest des Bühnenbildes für Giacomo Puccinis „Madame Butterfly“ gefeiert. Ein 300 Tonnen schweres „Stück Papier“ aus Stahl, Styropor, Holz und Fassadenputz bildet den optischen Rahmen für das Spiel auf dem See.

Zart und verletzlich, zerknüllt und ins Wasser geworfen, stellt das riesige Stück Papier ein „Spiegelbild der Seele“ der Madame Butterfly genannten Geisha Cio-Cio-San dar, so Intendantin Elisabeth Sobotka am Mittwoch im Rahmen des Richtfests.

Ein Blatt Papier von 1.300 Quadratmetern

Für das Kernstück des Bühnenbildes wurden 117 Holz- und Styroporelemente, sechs bis 17 Quadratmeter groß, in einer Montagehalle gefertigt. Sie wurden anschließend per Sondertransport vom benachbarten Lauterach nach Bregenz gebracht und auf der Seebühne wie ein Puzzle zusammengefügt. Das Blatt ist rund 33 Meter breit und 23 Meter hoch, die Oberfläche beträgt etwa 1.300 Quadratmeter. Die einzelnen Elemente sind bis zu 2.100 Kilo schwer.

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Ein Blatt Papier, das täglich wächst – hier quasi im Zeitraffer von Bild zu Bild
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Fast täglich transportieren Lastwagen bis zu 17 Quadratmeter große und zwei Tonnen schwere Elemente zur Seebühne.
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Stück für Stück werden 117 Kulissenteile wie ein kunstvolles Mosaik zum Bühnenbild für Madame Butterfly zusammengefügt.
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So entsteht ein überdimensionales Blatt Papier, das scheinbar auf dem Wasser schwimmt.
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Hier sieht man bereits die ersten Stücke des Blattes…
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…das täglich wächst und am Ende rund 1.300 Quadratmeter groß sein wird.
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Wenn es fertig ist, wird das Blatt Papier ein Gemälde mit einer japanischen Landschaft zeigen
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Rechts wird das „gefaltete“ Papierboot von einem echten Lastkahn herantransportiert
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Das Blatt ist rund 33 Meter breit und 23 Meter hoch, die einzelnen Elemente sind bis zu 2.100 Kilo schwer.

76. Bregenzer Festspiele 2022 von 20. Juli bis 21. August, Spiel auf dem See: „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini, Premiere am 20. Juli; Hausoper: „Sibirien“ von Umberto Giordano, Premiere am 21. Juli

300 Tonnen sollen schwerelos wirken

„Die besondere Herausforderung ist, das Papier leicht, nahezu schwerelos wirken und scheinbar auf dem Wasser schwimmen zu lassen, obwohl es tatsächlich rund 300 Tonnen wiegt“, so Technikdirektor Wolfgang Urstadt. Außerdem muss die Bühne Wind, Wetter und den Wellen des Bodensees standhalten. Dafür wurden acht spezielle Anker in den Seeboden gesetzt – natürlich unter Berücksichtigung des Gewässerschutzes.

Technische Herausforderungen barg auch das Zusammensetzen der „Puzzleteile“ ohne sichtbare Fugen und Einbau und „Verstecken“ von Scheinwerfern und 47 Lautsprechern. Aufgebaut und gestaltet wurde und wird das Kunstwerk von 14 Festspieltechnikern und 33 Firmen, überwiegend aus Vorarlberg, aber auch aus den Nachbarländern.

Richtfest auf der Seebühne

Am Nachmittag war Richtfest auf der Bregenzer Seebühne. Seit dem Herbst wird ja schon am Bühnenbild für „Madame Butterfly“ gebaut. Die Oper von Giacomo Puccini wird heuer zum ersten Mal als Spiel auf dem See gezeigt. Und weil sie in Japan spielt, stellt das Bühnenbild ein riesiges Blatt Papier dar – eine Anspielung auf Origami, die japanische Kunst des Papierfaltens.

Japanische Landschaft und ein Papierboot

Bis Ende Mai wird auf dem Blatt das Gemälde einer japanischen Landschaft entstehen. Vor der Bühne schwimmt ein überdimensionales Papierbötchen mit Maßen von elf mal sechs Metern im See. Urstadt bezeichnet den Entwurf des kanadischen Bühnenbildners Michael Levine insgesamt als ikonenhaftes Bild, „poetisch und voller Magie“. Er versprach ein „Zusammenspiel aus Skulptur, traumhaften Kostümen und Lichteffekten“. Auch mit digitalen Bühneneffekten soll gearbeitet werden. Mehr wollte Urstadt dazu vorerst nicht verraten.

Premiere am 20. Juli

Mit der Premiere von „Madame Butterfly“, das zum ersten Mal auf der Bregenzer Seebühne zu sehen sein wird, werden am 20. Juli die 76. Bregenzer Festspiele eröffnet. Regie führt Andreas Homoki, Enrique Mazzola und Yi-Chen Lin dirigieren. Es spielen die Wiener Symphoniker. Rund zwei Drittel der für 26 Aufführungen aufgelegten 189.000 Karten sind bereits gebucht, noch sind für alle Kategorien und Termine Karten verfügbar.