Eine Maklerin und ein Kunde in einer leeren Wohnung
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Wirtschaft/Soziales

Mieten steigen weiter

Mietern in Vorarlberg steht eine Welle an Belastungen bevor. Die meisten Mietverträge enthalten eine Indexanpassung und steigen mit der Inflation. Und da im vergangenen Jahr wegen der CoV-Epidemie die geplante Erhöhung der Mietrichtwerte ausgesetzt wurde, werden die Mieten heuer noch empfindlicher steigen – zusammen mit den Betriebskosten.

Experten rechnen mit einer Preissteigerung von bis zu sechs Prozent bei den Mieten, dazu kommen deutliche Anstiege bei den Energiekosten, die sich auf die Betriebskosten auswirken. „Die etwas kleineren Wohnungen, sprich die Microwohnungen oder die Zweizimmerwohnungen sind in einer Bandbreite von 850 bis 1.000 Euro warm brutto an den Mann zu bringen", sagt Immobilienmakler Markus Mistura aus Bregenz.

„Bei den größeren Wohnungen mit drei und vier Zimmern stellen wir fest, dass wir schon etwas länger brauchen“, so der Makler: "Die Mietzinse bewegen sich dann dort doch oberhalb der 1.200-Euro-Marke bis 1.500 Euro – je nach Lage, Ausstattung und Aussicht.“

Mieten könnten um fünf bis sechs Prozent steigen

In den vergangenen zehn Jahren sind die Mietpreise in Vorarlberg im Schnitt um rund 45 Prozent gestiegen und die Preisspirale dreht sich weiter nach oben, sagt Annette Fritsch, die Vorsitzende der Mietervereinigung: „Wir haben die unterschiedlichsten Mietverträge – die zur Gänze oder teilweise dem Mietrecht unterliegen, und im gemeinnützigen Wohnbau. Aber für alle trifft zu, dass die Mieten massiv steigen werden, weil eben mit einer Inflationsrate von fünf bis sechs Prozent zu rechnen ist. Und in diesem Umfang wird auch die Miete steigen.“

Mieten steigen im April

Die Mieten sollen im April bis zu sechs Prozent steigen, da im vergangenen Jahr die geplante Erhöhung der Mietrichtwerte wegen der Pandemie ausgesetzt wurde. Neben den steigenden Mietkosten steigen auch die Betriebskosten.

Makler: „Dann geht es ans Eingemachte“

Auch Immobilienmakler Mistura rechnet mit steigenden Mieten: „Die Neubaupreise sind gestiegen und werden leicht weiter steigen. Wann und wo das Ende kommt, wissen wir nicht. Ich denke nicht, dass die Mietpreise adäquat steigen können, weil dann geht es wirklich ins Eingemachte und es ist wahrscheinlich dann nicht mehr finanzierbar.“

Auch die „zweite Miete“ steigt deutlich

Zu den Mieten kommen noch die Betriebskosten dazu, betont Annette Fritsch von der Mietervereinigung: „Von den Betriebskosten sagt man ja schon lange: das ist die zweite Miete. Die steigen natürlich mit diesen Energiekosten, die zu befürchten sind für Strom und Heizung – also werden die auch massiv ansteigen.“ Irgendwann werden sich das immer mehr Menschen nicht mehr leisten können, befürchten sowohl die Mieter-Vertreterin, als auch der Makler.

„Es gibt da zwei Stellschrauben, an denen man drehen kann", sagt Fritsch: "Mieten und Betriebskosten senken oder Haushaltseinkommen anheben. Das sind die einzigen zwei Möglichkeiten, die es Menschen ermöglichen, selbst für ihr Leben aufzukommen.“