Christoph Längle SCR Altach Geschäftsführer
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„Schlüssel zum Klassenerhalt liegt im bestehenden Kader“

Der SCR Altach sucht derzeit einen neuen Trainer, aber auch der Kader muss kräftig verstärkt werden, um im Abstiegskampf konkurrenzfähig zu sein. Wie es überhaupt so weit kommen konnte und wie optimistisch die Altacher ins Frühjahr gehen, erklärt Geschäftsführer Christoph Längle im Interview mit ORF-Sportreporter Andreas Blum.

ORF: Christoph Längle, Altach ist derzeit wohl die schwächste Mannschaft in der Liga, steckt tief im Abstiegskampf. Würden Sie sagen, es ist derzeit die schwierigste Phase, die Sie bisher als Geschäftsführer durchmachen?

Christoph Längle: Nein, aber es ist definitiv eine sehr schwierige, eine sehr herausfordernde Phase. Wir stehen am letzten Tabellenplatz. Schlechter geht es nicht, weil viele Dinge nicht so gelaufen sind, wie wir uns das vorgestellt haben, weil wir auch Fehler gemacht haben. Aber ich habe auch nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich immer wieder betont habe, wie schwer es ist, sich Jahr für Jahr zu beweisen. Wir haben budgetäre Möglichkeiten, die nur beschränkt sind. Andere haben noch weniger Budget wie wir zur Verfügung, die machen es aktuell besser. Das muss man neidlos anerkennen. Und aktuell ist die Realität der Kampf um den Klassenerhalt. Und dem werden wir jetzt auch alles unterordnen.

ORF: Vor genau einem Jahr war Altach ja in einer ähnlichen Situation. Da hat man dann gesagt, man war zu wenig mutig in der Kaderplanung. Im Sommer ist dieser Fehler ein zweites Mal passiert?

Christoph Längle: Es sind Fehler passiert, auch da muss man nichts schönreden, sonst wären wir nicht Tabellenletzter. Wir waren mutig auf eine andere Art, waren mutig in der Form, dass wir sehr viele junge Spieler verpflichtet haben, Perspektivspieler, Spieler die auch schon gezeigt haben, welches Talent in ihnen steckt. Aber es hat Abgänge gegeben, die wir schlichtweg nicht nachbesetzen konnten. Der eine oder andere arrivierte Spieler, der zu uns gestoßen ist, hat die Erwartungen nicht erfüllt. Ich denke auch, dass wir vom Finanziellen auch die Möglichkeiten geschaffen haben, dass wir einen Kader zusammenstellen, der zumindest nicht Tabellenletzter ist. Also diesen mangelnden Mut für heuer lass ich das in der Form nicht gelten. Wir haben schlichtweg nicht das umgesetzt was wir uns erwartet haben.

ORF: Die großen Abgänge, da sind große Namen dabei mit Oum Gouet oder Fischer. Warum hat man es nicht geschafft, die qualitativ nachzubesetzen? Ist es völlig in der Verantwortung von Trainer und Sportdirektor Werner Grabher oder waren auch Mittel nicht da?

Christoph Längle: Ich stehle mich nie aus der Verantwortung, aber natürlich im sportlichen Bereich sind in erster Linie der Trainer und der Sportchef gefordert. Die finanziellen Mittel, die haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder in allen Bereichen aufgestockt. Sei es was die Personalkosten der Mannschaft betrifft, der Staff wurde immer wieder sukzessive erweitert. Also diesen Vorwurf lasse ich nicht gelten. Ich weiß schon, draußen kursiert sehr oft diese Aussage, in Altach hat man nur den Kopf für die Infrastruktur. Das stimmt schlichtweg nicht. Wir haben in den letzten Jahren, darauf sind wir auch sehr stolz, unsere Gelder sehr nachhaltig in Infrastruktur und in Fortschritte in diesem Bereich investiert. Aber, und das betone ich gerne und das sollen die Leute auch wissen, wir haben auch die Personalkosten im Profibereich immer wieder erhöht. Leider ist der Erfolg ausgeblieben und das müssen wir uns natürlich ankreiden. Und wie gesagt, da bin ich natürlich auch immer mit dabei in der Verantwortung.

ORF: Blicken wir nach vorne. Wie läuft die Trainersuche?

Christoph Längle: Wir sind in sehr intensiven Gesprächen. Das betrifft jetzt in erster Linie Werner Grabner und mich. Ich möchte jetzt keinen Zeitpunkt nennen, wann es zu einer Verlautbarung kommt. Aber wir sind voll dran. Wir merken auch, es kommen sehr spannende Kandidaten herein. Also auch da darf ich schon wieder betonen, dass wir eine gute Adresse geworden sind. Aber wir brauchen jetzt etwas Geduld. Es ist jetzt nicht wichtig schnell eine Entscheidung zu treffen, wenngleich wir möglichst schnell Klarheit wollen. Aber man soll es nicht überhastet treffen.

ORF: Was muss beim Kader passieren, damit Altach nächstes Jahr in der Bundesliga spielt?

Christoph Längle: Zum einen bin ich überzeugt, dass der Schlüssel zum Klassenerhalt im bestehenden Kader liegt. Aber es ist natürlich unbestritten, dass wir uns auf auf einigen Schlüsselpositionen verstärken wollen. Wir haben auch ein paar Ausländerplätze frei. Das spielt uns vielleicht gegenüber dem einen oder anderen Mitbewerber in die Karten. Das bringt uns schon auch in eine Situation, die uns auch optimistisch stimmt. Wir sind sehr stark auf dem ausländischen Markt unterwegs. Der österreichische Markt ist im Winter immer sehr beschränkt. Wir haben die wirtschaftlichen Voraussetzungen und die Möglichkeiten und wir sind auch bereit, zu 100 Prozent dieses nötige Geld in die Hand zu nehmen. Und deshalb werden wir auch alles tun, damit dieses große Ziel erreicht wird.