Coronavirus

Welche Aussagekraft der Antikörpertest hat

Nach einer Impfung geht die Wirkung mit der Zeit verloren. Deshalb sind regelmäßige Impfauffrischungen fixer Bestandteil in der Bekämpfung der CoV-Pandemie. Ein Indikator, um die Wirksamkeit der Impfungen zu bestimmen, ist der Antikörpertest – doch die Aussagekraft wird unterschiedlich gesehen.

Je mehr Antikörper, desto besser geschützt – diese Aussage wird von Wissenschaftlern so nicht bestätigt. Eine geringe Anzahl an Antikörpern bedeute nicht unbedingt, dass der Impfstoff nicht mehr wirke, sagt Andreas Leiherer, vom Molekularbiologischen Institut Vivit in Dornbirn. Denn bereits bei einer geringen Anzahl an Antikörpern erkenne das Immunsystem den Erreger und gehe auch gegen ihn vor. Außerdem gebe es im Immunsystem eine Vielzahl weiterer immunkompetenter Zellen, wie zum Beispiel Killer-, Helfer- oder Erinnerungszellen, die gegen den Erreger ankämpfen, sagt auch Christian Bernhard von der Landessanitätsdirektion.

Einen klar definierten Wert, ab welcher Antikörper-Anzahl man sicher vor CoV geschützt sei, gebe es nicht, sagt Bernhard weiter. Hier unterscheide sich SARS-CoV-2 von anderen Viren – denn bei fast allen habe der Antikörper-Wert eine höhere Aussagekraft.

Auffrischungsimpfung nach Plan

Experten empfehlen auch bei niedrigen Antikörper-Werten keine frühere Auffrischungsimpfung. Zwischen dem zweiten und dritten Stich sollten auf jeden Fall mehr als vier Monate liegen, sagt Bernhard.

Hochbetagten und Menschen mit Vorerkrankungen empfehlen Impfexperten, sich mit dem Hausarzt abzusprechen. Dann könne eine Impfung gegebenenfalls vorgezogen werden. Gesunde – so der Tenor der Impfexperten – könnten auf die Qualität der Impfung und den automatisch vorgegebenen Impftermin vertrauen.