Hände desinfizieren
Mathis Fotografie
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GEsundheit

Deutlich weniger Infektionskrankheiten

Im „Coronavirus-Jahr“ hat es in Vorarlberg deutlich weniger Infektionskrankheiten gegeben. Maske, Abstandhalten, Händewaschen, weniger Kontakte und Lockdowns haben dazu beigetragen, dass vor allem Krankheiten, die durch Tröpfchen übertragen werden, zurückgegangen sind.

Während in Vorarlberg pro Jahr durchschnittlich über 100 Menschen wegen einer Influenza stationär im Spital behandelt werde müssen, hat es in der Grippesaison 2020/21 praktisch überhaupt keine bestätigten Grippefälle gegeben. Anfang 2020 war die Grippewelle schon fast vorbei, als das Coronavirus aufgetreten ist. Zuvor gab es im Jänner und Februar sehr wohl Grippe-Erkrankungen. Heuer war die Grippewelle nicht bemerkbar.

Auffallend zurückgegangen ist im ersten Coronavirus-Jahr vor allem die Zahl an Infekten der Atemwege, die durch Tröpfchen übertragen werden, erklärt Oberärztin Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge am Landeskrankenhaus Feldkirch.

Keine bekannten Masern-Fälle

Es gab nach Angaben von Hartmann auch einen starken Rückgang von RSV-Infektionen. Das RSV ist ein Erreger, der vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern Atemwegsinfektionen hervorruft. Mit Beginn des ersten Lockdowns 2020 konnten wir den vorerst letzten RSV-Patienten entlassen, so Burkhard Simma, Primar der Kinder- und Jugendheilkunde am LKH Feldkirch. In der Zeit danach sei der die Infektion bis jetzt praktisch verschwunden.

Einen Rückgang gab es auch bei Pneumokokken, Keuchhusten, Scharlach und Masern. Im Coronavirus-Jahr gab es in Vorarlberg keine Masern-Fälle. Da auch die Reisetätigkeit stark eingeschränkt war, sind auch die Fernreise- und Tropenkrankheiten zurückgegangen und zum Teil bis auf null gesunken.

Kindergarten- und Schulschließungen

Die Hauptgründe für die starken Rückgänge einzelner Erreger sieht Hartmann in den Lockdowns und verstärkten Hygienemaßnahmen. Sie geht zudem davon aus, dass sich auch die Kindergarten- und Schulschließungen entsprechend ausgewirkt haben.

Da die Menschen während des ersten Coronavirus-Jahres generell etwas weniger in Spitäler und Arztpraxen gegangen sind, sei es auch möglich, dass weniger meldepflichtige Krankheiten entdeckt worden sind.

Eine Unterbrechung des Infektionsgeschehenes spiele für die allgemeine Abwehrfähigkeit des Immunsystems keine Rolle, erklärt Hartmann. Der menschliche Körper werde es auch weiterhin wie gewohnt mehr oder weniger gut schaffen, etwa mit Schnupfen, Halsweh oder Durchfall fertigzuwerden. Das habe er nicht verlernt, dafür sei auch der Grad der Durchseuchung zu hoch.