Angeklagter Prozess Baby Körperverletzung
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Chronik

Verurteilt: Einjährige gebissen und geschlagen

Wegen Körperverletzung ist ein 28-Jähriger am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch verurteilt worden. Nach Ansicht des Gerichts hat er das zwölf Monate alte Kind seiner damaligen Freundin durch Bisse und Schläge verletzt.

Im vergangenen Jänner wurde bei dem Mädchen, das damals etwas älter als zwölf Monate war, ein auffälliges Verletzungsmuster festgestellt. Im Krankenhaus wurden Hämatome, Einblutungen und Spuren, die von Bissen stammen könnten, diagnostiziert. Die Gerichtsmedizin bestätigte, dass sich das Kind diese Verletzungen im Gesicht sowie an Rücken und Armen nicht selbst zugefügt haben kann.

Als Täter kamen mehrere Personen in Betracht, schließlich wurde der 28-jährige damalige Lebensgefährte der Kindesmutter angeklagt. Er hat sich in einer Nacht um das Mädchen gekümmert, das unruhig schlief und immer wieder weinte.

Staatsanwalt sieht Überforderung

Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig. Er habe zu seiner damaligen Freundin und ihrer damals zwölf Monate alten Tochter ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Darum habe es auch keinen Grund gegeben, warum er dem Kind weh tun hätte sollen.

Der Staatsanwalt sah das jedoch anders. Der 28-Jährige habe falsche Behauptungen gemacht, wie die Aussagen von Zeugen ergeben hätten. Der Angeklagte sei mit dem weinenden Kind in der Nacht überfordert gewesen und habe mit Gewalt versucht, das Mädchen zu beruhigen.

Sechs Monate bedingte Haft

Für die Verletzungen war laut Gutachten der Gerichtsmedizin kein zeitlich länger andauerndes Quälen erforderlich. Deshalb wurde der 28-Jährige nicht wegen des Quälens von unmündigen oder wehrlosen Personen, sondern wegen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Der 28-Jährige wurde zu sechs Monaten bedingter Haft und einer unbedingten Geldstrafe von 1.300 Euro verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.