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Politik

„Weitreichende Beschlüsse“ in Bregenz

Die Stadtvertretung Bregenz hat am Donnerstag eine Reihe von Großbauprojekten beschlossen – vom Hallenbad über das Festspielhaus bis hin zur Pipeline. Auch für die zukunftsweisenden Projekte „Bregenz Mitte“ und die Verlegung der Bahn unter die Erde gibt es grünes Licht.

Über drei Stunden sind die Bregenzer Stadtvertreter Donnerstagabend zusammen gesessen und haben alle Großprojekte der Stadt durchgewunken – fast alle einstimmig, zur Freude von Michael Ritsch (SPÖ): „Der Weg ist jetzt frei für alle Detailplanungen. Wir haben jetzt endlich das große Bild über Bregenz, wie wir uns das vorstellen und ja, wir werden jetzt die nächsten 20 bis 30 Jahre die Stadt umgestalten.“

Bürger sollen eingebunden werden

Beschlossen wurde bei den längerfristigen Projekten „Bregenz Mitte“ und der unterirdischen Führung der Bahn zwischen Lauterach und Lochau, dass die Planungen und Gespräche intensiviert werden. Bund, Land und ÖBB gelte es einzubinden, besonders beim Bahnprojekt, sagt Alexander Moosbrugger, Stadtvertreter der NEOS: „Am Ende des Tages und das ist die ausschlaggebende Sache, muss eine mehrgleisige Bahnverbindung nach Deutschland her und jetzt haben wir dem Ganzen einen Schubs gegeben.“

Der Bregenzer Bürgermeister sei von den Fraktionen verpflichtet worden, die Bürgerinnen und Bürger auf alle Fälle einzubinden, so ÖVP-Stadträtin Veronika Marte.

Ohne Projektgruppe könnte Bahnhof aus Liste fliegen

Der Neubau des Bahnhofes ist bis zum Herbst zu fixieren, damit im Jänner mit dem Bau des Ausweichsbahnhofes bei der Hypo-Unterführung begonnen werden kann. Zwei Jahre später soll dann der neue Bahnhof Formen annehmen. Der Beschluss sei wichtig, da die ÖBB nicht gewillt ist, länger zu warten, so Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne): „Es könnte sein, wenn es nicht tatsächlich diese Arbeitsgruppe gebe, die herausarbeitet, wie der Bahnhof gebaut wird, dass die ÖBB entscheidet, dass wir überhaupt aus dieser Projektliste herausfliegen.“

Grünes Licht für anstehende Großprojekte

Bregenz dürfte in Zukunft ein völlig neues Aussehen bekommen – die Stadtverteretung hat gestern Abend klare Signale gesetzt die Stadt zu erneuern. Ob Hallenbad, Fesstpielhaus oder die Pipeline. Für die vorsichtig gesagt utopischen aber zukunftsweisnden Projekte Bregenz Mitte und die Unterflurführung der Bahn gab es grünes Licht die Planungen und die Gespräche weiterzuführen.

„Seit 30 Jahren noch nie so eine Sitzung“

Das Festspielhaus wird mit kräftiger Unterstützung von Bund und Land um rund 60 Millionen Euro erweitert bzw. saniert. Lange diskutiert und beschlossen wurde auch der ebenfalls 60 Millionen schwere Neubau des Hallenbades. Trotz der hohen Errichtungskosten sollen die Eintrittspreise ins neue Frei- und Hallenbad moderat sein und nicht wie in Lindau bis zu 30 Euro kosten.

„Die Zukunft kann jetzt beginnen, ich bin extrem glücklich, es hat noch nie so eine Sitzung in Bregenz gegeben, ich bin seit 30 Jahren in der Politik und solche weichreichende Beschlüsse hat es noch nie gegeben“, so Ritsch.

Den Kurs der Stadt Bregenz vorgegeben hat bei vielen Projekten der ehemalige Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). Deshalb wurde er zum Ehrenbürger ernannt – eine Ehrung, die erst 20 Bürgern in den letzten 174 Jahren zuteil wurde.