Umwelt

vkw weisen Photovoltaik-Vorwürfe zurück

Mit einem Offenen Brief haben sich 18 Unternehmen der Vorarlberger Photovoltaikbranche am Dienstag an die Vorarlberger Landesregierung gewandt. Sie wehren sich gegen den Eintritt der landeseigenen illwerke vkw-Gruppe als Monopolist in die Solarbranche. Der Energiedienstleister wies die Vorwürfe am Mittwochnachmittag entschieden zurück.

In der Photovoltaikbranche herrscht derzeit alles andere als eitel Sonnenschein. Mehrere PV-Unternehmer haben einen scharf formulierten offenen Brief an die Landesregierung geschickt. Sie fordern dazu auf, dass der landeseigene Energieerzeuger illwerke vkw die Finger von der Solarenergie lässt. Dieser hatte sich kürzlich in ein privates Solarthermie- und Photovoltaik-Unternehmen eingekauft.

Vorwurf: Datenmissbrauch

Die PV-Unternehmer befürchten, dass illwerke vkw als großer Player einen Wettbewerbsvorteil hat. Zudem sei es paradox, dass der Energieerzeuger gleichzeitig Netzbetreiber, als auch Privatanbieter sei. Somit müssten alle Privatunternehmen einen Netzantrag beim Mitbewerber stellen.

Es seien außerdem genügend Indizien vorhanden, dass die Monopolstellung immer wieder missbraucht werde, so Andreas Müller, der Sprecher der 18 PV-Unternehmen. Unter anderem werde Daten-Missbrauch vollzogen. Rückmeldungen von Kunden würden zeigen, dass beispielsweise die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Energieversorgung und Netz bewusst missachtet werde. Kunden seien von der vkw angeschrieben worden, dass diese bei ihnen doch einen Stromspeicher kaufen könnten, hier hätte sich die vkw laut Müller einfach die Daten geholt.

Die Photovoltaikbranche sei sehr gut aufgestellt, so Müller, es herrsche kein Notstand, so dass sich das Land in die Privatwirtschaft einmischen und Unternehmen kaufen müsse, um der Privatwirtschaft Konkurrenz zu machen.

PV-Unternehmen fordern, dass sich vkw zurückzieht

Die PV-Unternehmen fordern nun von der Landesregierung, dass sie die vkw „zurückpfeift“ und, dass sich diese aus dem Photvoltaikmarkt zurückzieht. Zudem fordern sie, dass das Netz für den Ausbau der Photovoltaik tüchtig gemacht wird, damit eine Verdrei- oder Vervierfachung dieser bis 2030 machbar werde.

Außerdem müsse sich die vkw vom Energieinstitut zurückziehen, denn auch das Energieinstitut müsse unabhängig sein. Wenn ein Player wie die vkw ein Mitzahler sei, dann könne von einer Unabhängigkeit keine Rede mehr sein. Auch das Energieinstitut werde immer wieder missbraucht, um die Produkte der vkw zu präsentieren.

illwerke vkw Gebäude
ORF
Energiedienstleister illwerke vkw fordert Kritiker auf, die Vorwürfe zu konkretisieren und an Beschwerdestellen zu melden

vkw weisen Vorwürfe entschieden zurück

Die in der Pressekonferenz aus der Photovoltaik (PV)-Branche erhobenen Vorwürfe kann man bei illwerke vkw nicht nachvollziehen. Der Energiedienstleister fordert die Initiatoren auf, „vermeintliche Vorwürfe zu konkretisieren und bei der Schlichtungsstelle der neutralen Regulierungsbehörde E-Control umgehend zu melden“, so die illwerke vkw am Mittwochnachmittag in einer Aussendung.

Beschwerden an E-Control melden

Bislang seien weder beim Gleichbehandlungsbeauftragten von vorarlberg netz, noch bei der Schlichtungsstelle der Regulierungsbehörde E-Control Beschwerden über die illwerke vkw eingegangen. „Um Klarheit zu schaffen, fordern wir als Vorarlberger Energienetze GmbH jene Anbieter auf, die konkrete Vorwürfe erheben, diese an die Schlichtungsstelle bei der E-Control heranzutragen und pauschale Anschuldigungen zu unterlassen“, so vorarlberg netz-Geschäftsführer Johannes Türtscher.

PV-Kapazitäten müssen verdreifacht werden

Um die ehrgeizigen Ziele der Energieautonomie Vorarlberg 2050 zu erreichen, sollen bis ins Jahr 2030 zu den bereits installierten 100 Gigawattstunden zusätzlich 300 Gigawattstunden mit der Kraft der Sonne produziert werden, führen illwerke vkw an. „Dazu ist es notwendig, dass die PV-Kapazitäten bis dahin jährlich verdreifacht werden.“

vkw: Eher Personalmangel als Verdrängung

Durch die zahlreichen Förderungen des Bundes sei der PV-Markt stark wachsend und biete für alle Marktteilnehmer genügend Chancen und Auslastung, so der Energiedienstleister: „Es s ist damit weniger mit einem Verdrängungswettbewerb, sondern eher mit Engpässen im Bereich Fachpersonal und Systemlieferung zu rechnen.“

Man leiste einen wichtigen Beitrag für die Energieautonomie, so illwerke vkw: „Und das sollte das gemeinsame Ziel aller PV-Akteure im Land sein“, so illwerke vkw-Vorstandsmitglied Helmut Mennel.