Liegender Hund
ORF.at/Georg Hummer
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Tiere

Immer mehr Hunde müssen auf Diät

Viele Menschen haben während der CoV-Zeit ein paar „Wohlfühl“-Kilos zugelegt und das gilt offenbar auch für Haustiere. Besonders betroffen sind Hunde, die inzwischen wie Menschen an Wohlstandskrankheiten leiden.

Was beim Abspecken hilft: Viel Bewegung und die richtige Ernährung, sagt der Vorarlberger Hundetrainer und Ernährungsberater Thomas Tscholl. Er betreut rund 180 Hunde auf Diät und erstellt auch Futterpläne für die Hunde.

Aus Mitleid kommt es nicht zur Diät

Laut einer Umfrage der Tierärztekammer, an der 82 Veterinärmediziner teilgenommen haben, berichteten zwei Drittel, dass die Anzahl der übergewichtigen Hunde und Katzen zugenommen hat, hieß es in einer Aussendung. In den wenigsten Fällen sei allerdings die Fettleibigkeit der Grund für den Besuch von Tier und Herrl in der Ordination.

„Leider wird Adipositas von den Halterinnen und Haltern oft nicht als Krankheit wahrgenommen“, berichtete Veterinärmediziner Manfred Hochleithner, Präsident der Landesstelle Wien der Österreichischen Tierärztekammer. Die Motivation, das Problem anzugehen, sei dadurch oftmals gering – und auch wenn die Erkenntnis da ist, hat rund jeder dritte Halter bzw. jede dritte Halterin Mitleid, das Tier auf Diät setzen zu müssen.

Dalamatiner
privat
Dalmatiner-Hündin ist auf Diät

Kaustangerl für Hund entspricht Schokoriegel fürs Herrl

Vielen ist auch gar nicht bewusst, dass die kleinen Snacks zwischendurch viel ausmachen, wie Tierschutzombudsstelle und Tierärztekammer veranschaulichten. Bekommt ein 15 Kilogramm schwerer Hund ein Kaustangerl dann wäre das damit vergleichbar, dass ein Erwachsener einen Schokoladenriegel isst, 28 Gramm Käse entsprechen einem Hamburger. Steckt man einer Katze eine Scheibe Salami zu, dann wäre das damit vergleichbar, dass ein Mensch ein Säckchen Chips verspeist.

„Ein weiterer Snack oder ein besonderer Leckerbissen bescheren Hund oder Katze natürlich kurzfristig einen Moment der Freude. Langfristig wird das Wohlbefinden und die Gesundheit der Tiere durch das Übergewicht jedoch maßgeblich beeinträchtigt“, warnte Tierschutzombudsstellen-Leiterin Eva Persy. Die Behandlung von Folgeerkrankungen, an denen laut Umfrage bereits jedes fünfte Tier in Wien leidet, kann nämlich durchaus teuer werden.

Anzeige wegen Überfütterung

Und noch ein Hinweis: Wenn das Tier dermaßen überfüttert wird, dass es Schmerzen empfindet oder Folgeschäden auftreten, dann ist das laut Persy Tierquälerei. Im Fall einer Anzeige drohen dabei Strafen von bis zu 7.500 Euro.

Aber ab wann sind Hund oder Katze zu dick? Hier gibt es einen einfachen Tipp: „Man soll die Rippen nicht sehen, aber bei sanftem Anlegen der Hand auf dem Rippenbogen sofort spüren können“, erklärte Fachtierärztin Stefanie Handl. Bei Hunden und Katzen ist auch eine fehlende Taille ein Anzeichen für Fettleibigkeit, und zwar unabhängig von der Rasse.