Isabella Nagel Long Covid-Patientin
ORF Vorarlberg
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Coronavirus

Eine „Long-Covid“-Patientin erzählt

„Vorarlberg heute“-Moderatorin Kerstin Polzer hat eine „Long Covid“-Patientin getroffen und mit ihr über ihre Coronavirus-Erkrankung gesprochen. Als „Long Covid“ bezeichnet man die Spätfolgen einer überstandenen Covid-19-Erkrankung.

Kurz vor Weihnachten erkrankte Isabella Nagel aus Lustenau an Covid-19. Sie ist 45, war nicht vorbelastet und immer sportlich – und trotzdem hat es sie schwer erwischt. Ins Spital musste sie nicht, aber viel hat nicht gefehlt. Fünf Wochen ist sie zuhause gelegen – mit hohem Fieber und Atemnot, zweimal hat ihr Mann die Rettung rufen.

In der CoV-Statistik gilt sie zwar schon lange wieder als genesen, aber gesund fühlt sie sich noch immer nicht. Noch immer plagen sie Schwindel, Kopfweh, Muskelschmerzen und Atemprobleme. Früher sei sie mindestens dreimal die Woche mit ihrem Mann joggen gegangen. Spazierengehen könne sie nun wieder, aber nur eine kleine Runde, erzählt sie.

Betroffene leiden an Long-Covid-Spätfolgen

Bei jedem zehnten Menschen in Vorarlberg ist in den vergangenen Monaten eine Coronainfektion festgestellt worden. Bei jedem zehnten scheint die Krankheit kein Ende zu nehmen, die Betroffenen leiden an den Spätfolgen – dem Long Covid.

Pulmologe warnt vor hoher Fallzahl wegen „Long Covid“

Zehn Prozent der Coronavirus-Patienten leiden auch sechs Monate nach Abklingen der Infektion noch immer unter den Folgen ihrer Covid-19-Erkrankung. In Vorarlberg trifft das Phänomen „Long Covid“ bzw. „Post Covid“ also rund 2.800 Personen – mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Was tun bei Long Covid?

Die akute Infektion ist überstanden, doch die Symptome wollen nicht verschwinden: In Österreich sind etwa 60.000 Personen von „Long Covid“ betroffen. Für sie ist der Weg zu einer geeigneten Therapie oft schwierig – was können sie tun?

Atembeschwerden, Herzrasen, Erschöpfung – auch noch mehr als drei Monate nach der Infektion. Diese Symptome sind typisch für eine „Long-Covid“-Erkrankung. Mit diesen Beschwerden kommen viele – auch junge – Patientinnen und Patienten zu Ralf-Harun Zwick, Facharzt für Innere Medizin und Lungenkrankheiten. Er leitet die ambulante internistische Rehabilitation in der Therme Wien Med. "Das beginnt beim Kopf und geht bis zu den Zehen: Veränderungen können auftreten im Nervensystem, an der Lunge, am Herzen, im Bereich des Darmes, an der Haut.“

Genaue Checks notwendig

Zuerst muss untersucht werden, wo genau das Problem liegt und welche Organe beeinträchtigt sind. In der Regel finde man Ursachen für die Probleme, sagt Zwick, beispielsweise Veränderungen, die man mit der Lungenfunktion messen könne, etwa eine Diffusionsstörung. Oft sei die Atemmuskulatur geschwächt. In der Therapie versuche man gezielt, diese Muskulatur zu aktivieren. Veränderungen am Herzen könne man ebenso diagnostizieren. Vor allem gehe es hier um Entzündungsprozesse. Auch sie könne man gut behandeln – mehr dazu in science.ORF.at.