„Es ist unsere Verantwortung, uns immer wieder vor Augen zu führen, welche Gräueltaten einst unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft – auch in Vorarlberg – begangen wurden, damit sich dieses dunkle Kapitel nie wiederholt“, mahnt Landtagspräsident Harald Sonderegger (ÖVP) im Vorwort der Online-Präsentation.
„Diese Schicksale berühren“
Alle fünf Jahre begeht der Vorarlberger Landtag den 5. Mai – österreichweit Gedenktag gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – im Rahmen einer Gedenkveranstaltung. Vergangenes Jahr musste die Veranstaltung Pandemie-bedingt ausfallen, nun gibt es online Ersatz in Form einer barrierefreien Präsentation, die sich mit dem Leben Vorarlberger Betroffener beschäftigt und laut Sonderegger zum Nachdenken anregen soll: „Diese Schicksale berühren. Sie bestärken uns, Intoleranz und Hass die Stirn zu bieten und für Demokratie, Frieden und Freiheit einzutreten.“
Sigmatisierung von KZ-Überlebenden
KZ-Überlebende waren auch nach ihrer Heimkehr in der österreichischen Nachkriegsgesellschaft mit zahlreichen Widrigkeiten wie gesellschaftlicher Stigmatisierung und sozialer Benachteiligung konfrontiert, die in der Präsentation von Regina Fritz vom Historischen Institut an der Universität Bern thematisiert werden. Sie spricht auch die Auswirkungen des österreichischen „Opfermythos“ an.
Lebensläufe von betroffenen Vorarlbergern
Historiker Wolfgang Weber geht der Frage nach der „Geringschätzung und/oder Wertschätzung von KZ-Überlebenden“ nach und umreißt die Lebensläufe von vier betroffenen Vorarlbergern: Hebamme Josefa Holzer aus Lustenau, Pfarrer Georg Peter Schelling aus Nenzing, Textilarbeiterin Brunhilde Maurer aus Gaißau und Unternehmer Engelbert Böhler aus Bregenz.