Homeoffice Sujet
Getty Images/Justin Paget
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CORONAVIRUS

Burnout im Homeoffice

Durch die Coronavirus-Pandemie arbeiten immer mehr Vorarlbergerinnen und Vorarlberger von zuhause aus. Die ständige Erreichbarkeit und die Doppelbelastung durch Job und Familie können bei manchen aber ins Burnout führen. Psychiater Albert Lingg klärt auf, was vor einem Burnout im Homeoffice schützen kann und wer besonders betroffen ist.

Was früher das Büro war, ist seit Beginn der Coronavirus-Pandemie der Küchentisch, an dem manche tagein, tagaus ihre Arbeit erledigen. Eine Studie des Meinungsforschungsinstituts OGM hat ergeben, dass fast 40 Prozent aller unselbständig Erwerbstätigen in Vorarlberg zumindest zeitweise im vergangenen Jahr von zuhause aus gearbeitet haben. Bei manchen können die ständige Erreichbarkeit und die Doppelbelastung durch Familie und Job aber ins Burnout führen.

Psychiater Albert Lingg
ORF Vorarlberg
Psychiater Albert Lingg sieht Isolation durch Homeoffice als Problem

Perfektionisten sind gefährdeter

Es sei natürlich eine Persönlichkeitssache, ob man für ein Burnout anfällig ist oder nicht, da sind sich Experten einig. Wer perfektionistisch veranlagt ist und sich mehr aufbürdet als gut ist, hat daheim noch mehr Probleme.

Zudem kriegt es niemand mit, weil man isoliert den ganzen Tag vor sich hinwerkt, sagt Psychiater Albert Lingg: „In einem Büro merkt vielleicht doch jemand dann noch, dass man überfordert ist. Diese Kontrolle fällt im Homeoffice natürlich weg und das macht die Sache gefährlich.“

Ausgleich wichtig

Somit ist es laut dem Experten also auch wichtig mit Kollegen in Kontakt zu bleiben, die über längere Zeit zuhause arbeiten. Wer zuhause arbeitet, sollte zudem für genügend Abwechslung sorgen, empfiehlt der Psychiater: „Wenn man noch mehr Bildschirmarbeit leistet wie sonst und noch mehr sitzend tätig ist wie im Büro, wo man wenigstens die Gänge auf- und abgeht, dann muss man schon schauen, dass man den Ausgleich findet, dass man hinaus geht und Sport treibt.“

Mutter mit Baby am Laptop
Pixabay/Standsome
Wenn möglich sollte es einen fixen Arbeitsplatz zuhause geben

Diensthandy am Wochenende ausschalten

Ganz wichtig sei zudem, falls das räumlich möglich ist, ein eigenes Arbeitszimmer zu haben oder sich zumindest einen fixen Platz herzurichten, an dem ausschließlich gearbeitet wird.

Zudem sollten das Diensthandy und der Laptop am Wochenende konsequent ausgeschaltet bleiben, damit das Zuhause zumindest dann einfach wieder nur zum Wohnen da ist.