Markus Wallner im Radio-Studio
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Politik

Öffnung ließ Zahl der CoV-Tests deutlich steigen

In Vorarlberg ist die Zahl der Testungen nach den Öffnungsschritten massiv nach oben gegangen. Laut Landeshauptmann Wallner (ÖVP) gab es in der vergangenen Woche ein Plus von gut 67 Prozent. Für einen Besuch etwa der Gastronomie ist ein negativer Test nötig. Wallner hat weitere Öffnungsschritte im Visier – vor allem den vollständigen Präsenzunterricht an den weiterführenden Schulen.

In Vorarlberg bleiben die Coronavirus-Zahlen trotz der Öffnungsschritte konstant niedrig, in Wien spricht Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) mit Blick das übrige Österreich von einer dritten Welle und einem notwendigen „Mut zur Notbremse“ – mehr dazu in news.ORF.at: Coronavirus-Gipfel: Kaum Lockerungen zu erwarten.

Wallner: Chance, an neuem Lockdown vorbeizukommen

Vorarlberg stehe momentan aber so gut da, dass es als einziges Bundesland die Chance habe, an einem neuerlichen Lockdown vorbeizukommen, so Landeshauptmann Markus Wallner, der am Montag gegenüber Radio Vorarlberg und dem Ö1-Morgenjournal Bilanz über die Öffnungen in Vorarlberg zog und einen Ausblick auf mögliche weitere Schritte gab.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sei seit den regionalen Öffnungsschritten in Vorarlberg eher gesunken, sie liegt bei 60. Ob und wie sich die Infektionszahlen tatsächlich durch die Öffnung verändern, werde sich dann in etwa einer Woche zeigen, so Wallner. Auch die Situation in den Spitälern ist in Vorarlberg ruhig – auf den Intensivstationen liegen derzeit zwei Covid-Patienten.

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Landeshauptmann Markus Wallner war am Montagmorgen zu Gast beim ORF in Dornbirn

Grenze von einer Mio. Tests erreicht

Testen, testen, testen ist das Motto in Vorarlberg. Die Kapazität wurde mit den Öffnungen noch einmal deutlich gesteigert: Wöchentlich können nun rund 145.000 Tests (Selbsttests für daheim nicht eingerechnet) im Land an 136 Teststationen abgenommen werden. Tatsächlich durchgeführt wurden in der ersten Woche nach den ersten Öffnungsschritten 105.000 Testungen – damit wurde in Vorarlberg seit Beginn der Pandemie die Grenze von einer Mio. Tests erreicht.

Und die Zahl der Testungen stieg in der Woche nach den Öffnungen um rund 67 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. 70 Prozent davon waren Antigentests durch medizinisches Personal (73.000), knapp 28 Prozent waren unter Aufsicht durchgeführte Selbsttests (28.800), 2,5 Prozent waren registrierte Selbsttests („Wohnzimmertests"/2.653), die daheim abgenommen werden können. "Ich glaube, dass wir ganz intensiv testen müssen“, so Wallner am Montag im Ö1-Morgenjournal. Diese Erfahrung könne Vorarlberg auch an ganz Österreich weitergeben.

Wallner zufrieden mit Gastro-Öffnung

Mit viel Disziplin seien die Sicherheitsvorkehrungen bei den Öffnungen eingehalten worden, erklärte der Landeshauptmann. „Für die Gastronomen bleibt es natürlich nicht unbedingt einfach, aber man hat während der Woche gesehen, mehr und mehr Gastronomen beginnen mit der Öffnung. Es ist das Personal zurückgekehrt, da geht es ja auch um Arbeitskräfte. Die Leute halten sich an die Regeln. Wenn das so weitergeht, dann sind in Zukunft natürlich auch weitere Öffnungsschritte möglich.“

Zwei bis drei Wochen müsse die Inzidenz trotz aller Öffnungen unter 100 bleiben, dann werde man weitere Schritte überlegen können, so Wallner. Dabei müsse es immer die Möglichkeit zu regional angepassten Schritten geben, so Wallner im Ö1-Morgenjournal, auch auf Bezirksebene müsse da genau geschaut werden. Derzeit sei das Aufatmen vor allem auch bei Kindern und Jugendlichen groß, weil im Bereich Nachwuchssport und Jugendarbeit die Öffnungen „sehr gut tun“.

Wallner lehnt Verlängerung der Osterferien ab

Immer lauter wird bundesweit der Ruf nach zwei Wochen Osterferien für die Schulen. Wallner schließt das für Vorarlberg aus. „Ich will mir jetzt die nächsten zwei Wochen die Entwicklung im Schulbereich etwas genauer anschauen. Wenn das stabil bleibt, ist glaube ich vieles vorstellbar. Jedenfalls muss es unser Ziel sein: Bei einer geringen Infektionsrate wäre einer der wichtigsten Schritte im Bildungsbereich, zum Präsenzunterricht zurückzukehren.“

Es sei alles zu unternehmen, dass man da bald zu einem Normalnbetrieb zurückkehren könne. Allerdings müssten die Zahlen im Schulbereich ganz genau betrachtet werden.

Forderung nach kompletter Öffnung der Schulen

Derzeit findet nur an den Volksschulen täglicher Präsenzunterricht für alle Schülerinnen und Schüler statt, an den weiterführenden Schulen werden die Kinder und Jugendlichen tageweise im Wechsel in der Schule unterrichtet, dazwischen müssen sie zu Hause lernen.

Zuletzt hatte NEOS den vollen Präsenzunterreicht an allen Schulen gefordert. Wie in der Gastronomie und im Kulturbereich solle Vorarlberg auch bei den Schulen zur Modellregion in Österreich werden, so NEOS-Landeschefin Sabine Schneffknecht am Wochenende in einer Aussendung.

„Unsere Kinder und Jugendlichen leiden weiter unter den derzeitigen Einschränkungen“, so Scheffknecht. Das habe auch Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch nochmals belegt – mehr dazu in: Jugend als Verlierer der Covid-Krise.

Vorarlberg: Zweiter Tag in Folge Anstieg verzeichnet

Innen- und Gesundheitsministerium meldeten am Montagvormittag 2.412 Neuinfektionen – der höchste Montagswert seit Mitte Dezember. In Spitälern mussten fast 2.000 Covid-Patienten behandelt werden. Eine deutliche Steigerung gab es auch auf Intensivstationen.

Trotz vergleichsweise geringer Infektionszahlen – in Vorarlberg gab es den zweiten Tag in Folge einen Anstieg. Laut Dashboard des Landes standen 44 Neuinfektionen elf Genesungen gegenüber, damit galten 436 Personen als Corona-positiv. Nach Angaben der Krankenhausbetriebsgesellschaft starben am Sonntag drei Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Vorarlbergs bevölkerungsreichste Stadt Dornbirn hatte am Montag mit 47 weiter die meisten Infizierten, in Feldkirch waren es je 34, in Bregenz und Rankweil jeweils 29. 32 der 96 Vorarlberger Kommunen waren frei vom Coronavirus.