Hände in den Schoß gelegt
ORF Vorarlberg
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Politik

Aus Protest gegen Flüchtlingspolitik: Hungerstreik

Die in Vorarlberg lebende Tänzerin Claudia Grava ist in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Flüchtlingspolitik zu protestieren. Mit dem befristeten Hungerstreik möchte sie erreichen, dass man Kinder aus dem Flüchtlingslager Kara Tepe in Griechenland nach Österreich holt.

Im Flüchtlingslager Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos leben rund 2.500 Kinder in Kälte und Schlamm. Viele von ihnen sind krank, manche wurden vergewaltigt. Einige bringen sich aus Verzweiflung um. „Ich kann nicht mehr nichts tun“, sagt die in Vorarlberg lebende Tänzerin, Choreographin und Mutter Claudia Grava. „Ich habe die Bilder der hungernden, frierenden Kinder gesehen. Sie lassen mich nicht mehr los. Wir müssen diese Kinder aus diesem Inferno, aus dieser Hölle holen. JETZT.“

Claudia Grava, Tänzerin, zündet eine Kerze an
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Claudia Grava will die nächsten zwei Wochen in den Räumen von netzwerkTanz bleiben

Zur Person
Claudia Grava ist in Argentinien geboren und aufgewachsen. Seit 2000 lebt sie in Vorarlberg. Gemeinsam mit ihrem Mann Martin Birnbaumer erhielt sie 2019 die Ehrengabe des Landes Vorarlberg für Kunst und Kultur.

Hungerstreik für Flüchtlingskinder

Claudia Grava hat deshalb ihr Projekt „dance.pray.care“ gestartet: Um auf die Notsituation der Geflüchteten in Kara Tepe aufmerksam zu machen, ist sie in einen befristeten Hungerstreik getreten, der bis zum 1. April dauern soll. Grava lebt in diesen zwei Wochen in den Räumlichkeiten von netzwerkTanz im Zentrum von Dornbirn und unterstreicht ihren Protest mit täglichen Tanzperformences. Dort können Besucherinnen und Besucher vorbeikommen, das Gespräch mit ihr suchen und mit ihr fasten. Begleitet wird die Aktion auch auf Facebook und Instagram.

Sie hat außerdem eine Petition an Bundeskanzler Sebastian Kurz gestartet, um die Aufnahme von notleidenden Kindern zu ermöglichen. Es gebe Tausende Menschen in Österreich, die helfen wollten, aber nicht dürften.