Coronavirus

Landespolitik: Lockerungsschritte werden begrüßt

Die Landtagsparteien Grünen, NEOS und FPÖ haben die angekündigten Lockerungen im Grundsatz begrüßt. Dabei wurden aber auch Forderungen nach mehr Klarheit, vollständigem Präsenzunterricht an allen Schulen und Perspektiven für die Kultur laut.

Die regionale Vorgehensweise schaffe für Vorarlberg die Möglichkeit, auf Basis der Zahlen und differenziert zu öffnen, so NEOS-Klubobfrau Sabine Scheffknecht. Es benötige aber dringend mehr Klarheit: „Es geht in die richtige Richtung, wobei ich schon dazu sagen möchte, dass viele Details noch fehlen.“ Das gehöre rasch geklärt, sonst wüssten die Unternehmerinnen und Unternehmer nicht, was auf sie zukomme.

NEOS: Beim Impfen „Luft nach oben“

Laut Scheffknecht wachsen die Möglichkeiten bei den Testungen ständig. Auch seien immer mehr Menschen natürlich oder durch eine Impfung immunisiert. „Wir verhindern einen Rückfall in einen Lockdown nur, wenn wir konsequent die älteren Menschen impfen. Das entlastet die Krankenhäuser und stellt sicher, dass die Intensivstationen nicht wieder Alarm schlagen müssen. Leider ist hier in Vorarlberg noch deutlich Luft nach oben“, so Scheffknecht.

Grüne mit gemischten Gefühlen

Daniel Zadra, Klubobmann der Grünen im Landtag, hat bei den Lockerungen gemischte Gefühle. Einerseits sei es ein Risiko, zu öffnen – andererseits sei allerdings auch nachvollziehbar, dass sich alle Lockerungen wünschen. Grundsätzlich gehe es aber gerade mit den Öffnungsschritten im Bereich des Sports und für Kinder und Jugendliche in die richtige Richtung.

Jetzt dürfe allerdings auch die Kultur nicht zu kurz kommen, so Zadra, die Lockerungsschritte in diesem Bereich werde er noch im Detail anschauen. Es habe immer geheißen, in diesem Bereich werde gleichzeitig mit der Gastronomie geöffnet – und da gelte es jetzt auch Wort zu halten, so Zadra.

FPÖ: Ankündigungen müssen konkrete Taten folgen

Die FPÖ hatte sich im Vorfeld für weitreichendere und sofortige Öffnungen ausgesprochen, begrüßte aber die Lockerungsmaßnahmen im Grundsatz. Allerdings gelte es jetzt, die Versprechen auch zu halten, so Landeschef Christof Bitschi. Oft sei man nach Ankündigungen konkrete Umsetzungsschritte schuldig geblieben. „Die Landesregierung darf am Ende nicht wieder der Mut verlassen, damit es nicht in zwei Wochen zur nächsten großen Enttäuschung für die Betroffenen kommt“, so Bitschi.

Große Unsicherheiten ortete der FPÖ-Landeschef vor allem im Bereich der Gastronomie-Öffnungen. „Es müssen die Rahmenbedingungen der Öffnung klar definiert und vor allem so ausgestaltet sein, dass sie sowohl für die Gastronomen als auch für die Gäste praktikabel sind“, stellte Bitschi klar. Weitere Öffnungsschritte verlangte Bitschi für den Bildungsbereich: „Es muss endlich an allen Schulen eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht geben."

Laut SPÖ-Klub-Obmann Thomas Hopfner hat die Disziplin der Bevölkerung viel zur Öffnung beigetragen. Die Lockerung müsse aber vorsichtig passieren und die Infektionszahlen auch weiterhin genau beobachtet werden.

IV: „Wegweisendes Signal“

Auch die Industriellenvereinigung (IV) begrüßte die Öffnungspläne. Sie könnten ein „wegweisendes Signal für die Gesellschaft und die Wirtschaft sein, wie die Corona-Pandemie besiegt werden kann“, so Martin Ohneberg, Präsident der IV-Vorarlberg in einer Aussendung.

Vorarlberg sei nun noch mehr im Blickpunkt und könne mit einer konsequenten Einhaltung von strengen Hygiene- und Abstandvorschriften, Sicherheitskonzepten bei Menschenansammlungen, permanenten Testungen und mehr Tempo bei den Impfungen entscheidend vorausgehen. "Diesen mutigen Weg Vorarlbergs unterstützen wir in der Vorarlberger Industrie vehement“, so Ohneberg.