Ein frisch asphaltierte Straße aus der Vogelpersepktive
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Wirtschaft

Klimaschutz: „Grüner“ Asphalt aus Dornbirn

Das Dornbirner EnergieWerk Ilg hat zusammen mit mehreren Unternehmen einen Straßenbelag entwickelt, der sich positiv aufs Klima auswirken soll. Der spezielle Asphalt speichert laut Hersteller mehr klimaschädliches Kohlendioxid, als bei der Herstellung verbraucht wird. Diese positive Klimabilanz könnte den Straßenbau revolutionieren.

Asphalt besteht normalerweise zu 95 Prozent aus Stein mit Sand und zu fünf Prozent aus Bitumen. Das gilt aber für den klimaaktiven Dornbirner Asphalt nicht mehr: ihm werden zwei Prozent Kohlenstoff beigemengt. Die Kohle hat fast die ganze positive CO²-Bilanz des Baumes noch in sich gespeichert. Und damit wird der Asphalt nach Angaben der Entwickler klimapositiv: Er speichert also mehr CO², als bei der Erzeugung verbraucht wurde.

Herausforderung: Normierungen

Erfinder Tobias Ilg ist überzeugt, dass der klimaaktive Asphalt ein Modell der Zukunft ist: „Wichtig ist der große Wille, etwas zu tun, mit der Stadt Dornbirn als Partner, die eine Straße zur Verfügung gestellt hat und mit der Firma MIGU Mischgut, die ein offenes Ohr dafür hatte.“ Aber die große Herausforderung für die Zukunft seien die entsprechenden Normierungen und die technische Beurteilung, so Ilg: „Um den Qualitätsstandard nachzuweisen, dass dieser Asphalt auch komplett den Anforderungen entspricht.“

Klimaschutz ist auch ein Markt

Das Freiburger Startup-Unternehmen Carbonfuture bewertet Projekte und handelt mit CO²-Senkungen. Nach eigener Übeprüfung kommt Carbonfuture zu dem Schluss, dass der neue Asphalt tatsächlich umweltverbessernd wirkt. Damit lässt sich auf dem CO²-Klima-Markt auch echtes Geld verdienen, so Carbonfuture-Geschäftsführer Hannes Junginger. Für ihn ist der neue Asphalt eine echte Pionierarbeit von allen Beteiligten.

Sendungshinweis: „Vorarlberg heute“, 16.10.2020, 19.00 Uhr, ORF 2

Der Markt für den Asphalt aus Dornbirn wäre laut Rechnungen des Europäischen Pflanzenkohleverbandes jedefalls riesengroß: Setze sich der Belag in Europa vollständig durch, wären 10 Prozent der Schadstoffemissionen Deutschlands einsparbar.

„Grüner“ Asphalt

Das Dornbirner Energie-Werk Ilg lässt mit einer – möglicherweise bahnbrechenden Idee – aufhorchen. Zusammen mit mehreren teils internationalen Playern hat das Unternehmen einen Straßenbelag entwickelt, der klima-positiv ist. Dem Asphalt wird Kohlenstoff aus verbranntem Holz beigemengt. Das bedeutet, dass dann darin umweltschädliches CO2 gespeichert wird. Bernhard Stadler hat sich angeschaut, wie der -sozusagen – „grüne“ Asphalt hergestellt wird.