Frontansicht des Landesgerichts Feldkirch.
Dietmar Mathis
Dietmar Mathis
Chronik

Messerattacke: Geschworene sahen keinen Mordversuch

Ein 29-jähriger Mann wurde am Mittwoch am Landesgericht Feldkirch wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Zudem muss er 1.500 Euro an das Opfer bezahlen. Das Urteil ist rechtskräftig, sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte haben das Urteil angenommen.

Die Geschworenen waren nicht der Ansicht, dass es sich bei der Tat um einen Mordversuch handelt. Der 29-jährige Angeklagte wurde jedoch wegen versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass er seine Ex-Freundin mit einem Messer verletzt hat und zudem versucht hat, sich und die Frau anzuzünden. Erst nach einer mehr als 13-stündigen Verhandlung wurde das Urteil verkündet.

Messerattacke nach Trennung

Am 8. August des vergangenen Jahres ging der 29-Jährige in ein Table Dance-Lokal in Ludesch (Bezirk Bludenz), in dem seine Ex-Freundin arbeitete, weil er sie zu einem versöhnlichen Gespräch habe bewegen wollen. Laut Verteidigung hatte er der Frau rund 50.000 Euro gegeben, damit sie in ihrer Heimat Rumänien einen Friseursalon eröffnen könne. Die 32-Jährige kaufte sich mit dem Geld offenbar ein Auto und erklärte dem Mann, dass sie die Beziehung beenden wolle, zudem soll sie den Mann geohrfeigt haben.

Eine Zeugin gab vor der Polizei an, dass der Angeklagte die 32-Jährige deshalb mit einem großen Messer attackiert habe. Er habe in Richtung Brust gezielt. Weil die Frau jedoch ihre Beine reflexartig hochzog, habe er nur das Knie erwischt. Danach habe der Angeklagte eine Plastikflasche hervorgezogen und Benzin über sich und die Frau geschüttet. Weil sein Feuerzeug nicht funktionierte, entzündete er das Benzin nicht und wurde aus dem Lokal gedrängt.

Feuerzeug hat nicht funktioniert

Der Angeklagte bestritt die Tat vor Gericht. Er habe die Frau nicht anzünden wollen und auch nicht mit einem Messer angegriffen. Woher die Stichverletzungen am Knie stammten, wisse er nicht. Er habe sich mit Benzin übergossen und vor ihren Augen anzünden wollen, das habe jedoch nicht geklappt, weil das Feuerzeug nicht funktioniert habe. Aus dem Messerstich resultierte eine leichte Körperverletzung, wie Gerichtsmediziner Walter Rabl vor Gericht ausführte.

Das Opfer selbst ist mittlerweile zurück nach Rumänien gereist und sagte vor Gericht nicht persönlich aus. Stattdessen wurde ein dreieinhalbstündiges Video von ihrer Einvernahme gezeigt. Auch andere Zeugen erschienen nicht, ihre Aussagen vor der Polizei wurden bei Gericht vorgelesen.