Caritas-Direktor Walter Schmolly bei einer Pressekonferenz der Caritas Vorarlberg.
ORF Vorarlberg
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Chronik

Caritas von finanziellen Einbußen betroffen

Für die Caritas hatte die CoV-Krise einen „massiven Einschnitt“ zur Folge, wie Caritas Vorarlberg-Direktor Walter Schmolly bei der Präsentation des Wirkungsberichts berichtet. Die Organisation kämpfe mit ausbleibenden Spendeneinnahmen und mit Kürzungen, die noch unter der türkis-blauen Bundesregierung beschlossen wurden.

Im Rahmen eines Pressegesprächs, bei dem auch der druckfrische Wirkungsbericht des Jahres 2019 präsentiert wurde, gab Caritas-Direktor Walter Schmolly einen Überblick über die speziellen Herausforderungen, die die Coronavirus-Pandemie mit sich brachte. Mit einem Abgang an 250.000 Euro sei die finanzielle Situation schon 2019 sehr herausfordernd gewesen. Auch im Jahr 2020 sei, besonders was die spendenfinanzierten Bereiche anbelangt, keine Besserung in Sicht, so der Direktor.

Caritas während der Coronakrise

2019 war in finanzieller Hinsicht für die Caritas schon schwierig, aber die Coronakrise war dann ein richtig massiver Einschnitt." Das sagt Direktor Walter Schmolly im Rahmen der Präsentation des Wirkungsberichts der Caritas für das Jahr 2019. Und durch die Kürzungen im Sozialbereich, die noch unter der türkis-blauen Bundesregierung beschlossen wurden, dürfte die Arbeit der Caritas nicht gerade leichter werden.

Kein Kind soll zurückbleiben

Laut Schmolly gibt es eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die von den Auswirkungen der Krise besonders hart getroffen wird. „Mehrere Studien zeigen auf, dass durch das Homeschooling die Chancenungleichheit unter den Kindern und Jugendlichen deutlich zunimmt. Wir sind als gesamte Gesellschaft in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, dass diese jungen Menschen durch die Krise jetzt nicht den Anschluss verlieren und zurückbleiben." Die Caritas tue dies durch zusätzliche Angebote in den Lerncafés, mit der Ausweitung des Jugendarbeitsprojektes „startbahn“ sowie der vielfältigen Hilfe für Familien in Notlagen.

Anpassung der Mindestsicherung

Hinzu kommen Kürzungen im Bereich der Sozialhilfe, die noch unter der türkis-blauen Bundesregierung beschlossen wurden. Dadurch erhalten Familien für das vierte Kind nur noch 94 Euro Sozialhilfe pro Monat. "Mit Blick auf den nun vorliegenden Entwurf für ein neues Vorarlberger Sozialhilfegesetz ist einzumahnen, dass jedes Kind in einer Familie dem Land gleich viel wert sein soll und dass auch jeder Mensch mit legalem Aufenthaltsrecht im Land gleich viel wert ist. Beides muss dringend angepasst werden“, appelliert der Caritas-Direktor. Doch Schmolly geht davon aus, dass Land und Gemeinden den Sozialbereich auch künftig gut unterstützen werden.

Gespräch mit Jugendanwalt Michael Rauch

Jugendanwalt Michael Rauch spricht über Ungleichheiten, die während der Krise entstanden sind.